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Five Dragons Temple, URBANUS Architecture & Design, Foto: URBANUS Architecture & Design, Yang Chaoying, Yin Jerry

Respektvolle Renovierung: Urbanus revitalisieren Five Dragons Temple

Der Five Dragons Temple – ein historisches Relikt aus der Zeit Taos – verfiel im Laufe der Jahre, bedingt durch etliche äußere Einwirkungen, immer mehr zu einem Schandfleck. Von dem spirituellen Zentrum, in dem Rituale und Zusammenkünfte zelebriert wurden, blieb nicht viel mehr übrig als ein paar glanzlose Mauern inmitten verwahrloster Landschaft. Urbanus widmen sich der anspruchsvollen Aufgabe, mit der Renovierung der Tempelanlage ein Projekt zu realisieren, das sowohl geschichtliche, als auch soziale Komponenten miteinander vereint.

Das großzügige Areal erstreckt sich über mehrere Ebenen und wird von der Südseite her erschlossen. Zunächst von Nachbarbauten in östlicher und westlicher Richtung begrenzt, befindet sich hier ein Vorplatz, der den ersten Abschnitt bildet und mit einer arkadenartigen Situation aus drei Höhlen abschließt. Deren gemauerte Rundbögen dienen – behutsam aufgearbeitet – als geschützte Aufenthaltsorte. Der Platz an sich dient dem Austausch und Aufeinandertreffen der Einwohner des Dorfes.

Über breite Treppen geht es weiter auf das nächste Niveau. Dieses weist einen nahezu rechteckigen Grundriss auf und wird von Begrenzungsmauern eingefasst. Nach Norden hin eröffnet sich der Blick auf bewirtschaftete Felder. Wo sich einst karge Brachflächen befanden, wachsen heute Weizen und saftiges Grün. Das Tempelareal wird von einer zentralen Nord-Süd-Achse zoniert. Diese besteht aus einer Aussichtsplattform mit Blick in die Landschaft, dem zentralen Five Dragons Temple und schließlich einer Konstruktion, die eine Bühne beinhaltet. Während sich im östlichen Teil administrative Funktionen, sowie zwei als Plätze ausgeformte Innenhöfe befinden, gibt es nach Westen für den Besucher mittels Galeriegang eine Zeitreise durch die chinesische Architektur und den Ort der Meditation. Auch innerhalb dieser Ebene spielen die Architekten mit Höhenunterschieden. Immer wieder gibt es Treppen, Podeste und Niveausprünge, die dem Projekt Struktur verleihen.

Die Wahl der Materialien reicht von Kies und gepflasterten Bereichen bei den Böden, über vereinzelte Sichtbetonelemente, bis hin zu Stein- und Lehmmauern. Die Farbpalette passt sich an das behutsame Revitalisierungskonzept an. Erdtöne in Kombination mit Grau fügen sich in die ruhige Landschaft ein und unterstreichen den spirituellen Charakter.

Ein zentrales Thema des Projekts stellt die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Wichtigkeit der Bewahrung der chinesischen Traditionen und Kulturgüter dar. Über die verschiedenen Plätze, die sich rund um den Tempel im Zentrum gruppieren und zum Teil fließend ineinander übergehen, soll dieses Ziel erreicht werden. Aus dem vernachlässigten Ort wird eine Art Freilichtmuseum, dem ein zu gleichen Teilen informativer, als auch mahnender Charakter anhaftet und der gleichzeitig als Treffpunkt der Dorfgemeinde wiederbelebt wird. 

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