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Ressourceneffizienz von Material und Produkten

Veranstalter

Earth-Scraper, Gradientenbeton, bionisch motivierte Verschattungssysteme: Die diesjährige von DETAIL research und der Forschungsinitiative Zukunft Bau initiierte Round-Table-Reihe zur Zukunft des Bauens wurde am 19. Juli 2012 in Stuttgart zum Schwerpunkt »Ressourceneffizienz« fortgeführt. In einer Expertenrunde mit Vertretern aus Forschung, Lehre, Industrie und Politik wurden zunächst Kriterien für den nachhaltigen Umgang mit Baumaterialien – von der Planung eines Gebäudes bis zum Verbleib toxischer Bestandteile beim Abriss von Altbauten – thematisiert. Im Anschluss folgte ein öffentliches Symposium mit Fachvorträgen, die das Thema Ressourceneffizienz aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchteten – von der Gesetzgebung über neueste Technologien bis hin zu utopischen Ausblicken auf neue Lebenswelten.

Christiane Sauer, Werner Sobek, Guido Hagel, Foto: ILEK

Experimentalbau von Frei Otto als Roundtable-Veranstaltungsort

Schon der Veranstaltungsort stellte einen dem Thema »Zukunft des Bauens« entsprechenden Rahmen dar: Frei Ottos berühmter Zeltbau am Pfaffenwaldring, in dem heute das Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart seinen Sitz hat. Diese Ikone des experimentellen Bauens wurde als Prototyp zur Erprobung der Konstruktion des Deutschen Pavillons auf der Expo 1967 in Montreal erstellt und erfüllt seitdem in Stuttgart seinen Zweck als Institutsgebäude. Auch Lehrstuhlinhaber und Gastgeber Werner Sobek brachte seine Kompetenz für effiziente Materialien und Konstruktionen in die Diskussionen während des Tages ein. In dem Expertengespräch unter der Moderation von Christiane Sauer wurden unter anderem Bewertungskriterien für Ressourceneffizienz, die Praxistauglichkeit von Neuentwicklungen sowie Innovationsstrategien und Recyclingkriterien diskutiert. Ein Umdenkprozess nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch in der Planung wurde gefordert. Die Vermittlung von ressourcengerechtem Bauen scheint noch nicht in Lehre und Praxis angekommen. Derzeit existiert beispielsweise noch kein Hand- oder Lehrbuch für recyclinggerechtes Bauen, obwohl das Bauwesen für den Großteil des Müllaufkommens und des Ressourcenverbrauchs verantwortlich ist.

Auch der Umgang mit toxischen Bestandteilen von Baustoffen ist ein wichtiges Thema, bei dem eine allgemeingültige Kennzeichnung angestrebt werden sollte. Nutzerakzeptanz lässt sich aber nicht nur über bloße Kennwerte erreichen. Auch eine anspruchsvolle Gestaltung und einfache Umsetzungsprozesse sind wichtig, wenn es um die Implementierung von Innovationen in die Praxis geht.

Teilnehmer der Veranstaltung, Foto: ILEK

Mit weniger mehr erreichen

Im Rahmen des anschließenden Symposiums erläuterten Dietmar Menzer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Tanja Brockmann vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung die politischen Rahmenbedingungen wie das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm ProgRess oder das BNB Bewertungssystem für Bundesgebäude. »Mit weniger mehr erreichen« steht hierbei als zentraler Gedanke hinter dem Begriff der Rohstoffproduktivität, die Ökologie und Ökonomie als strategische Partner sieht. Als intelligentes Planungswerkzeug stellte Holger König die praxisnahe Software LEGEP vor, die eine bauteil- und werkstoffbezogene Lebenszyklus-Analyse ermöglicht.

Teilnehmer der Veranstaltung, Foto: ILEK

Effizienz durch Materialminimierung und eindrucksvolle Beispiele zum Betonleichtbau zeigten Jürgen Schnell, TU Kaiserslautern, und Michael Herrmann, ILEK Stuttgart. Gradientenbeton beispielsweise erhält durch eine neue Verarbeitungstechnologie unterschiedliche Porosität innerhalb des Werkstoffs und somit funktional anpassbare Zonen. Die Umsetzung anspruchsvoller Projekte mit faserverstärkten Kunstoffen präsentierte Markus Gabler vom Institut für Tragkonstruktion und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität Stuttgart. Bionische Prinzipien wie die Blattbewegung der Strelizienblüte, die als Vorbild für ein kinetisches Verschattungssystem dient, werden bereits in der Praxis angewandt. Kritisch und unterhaltsam zugleich beleuchtete Armin Rogall, FH Dortmund, den Umgang mit innovativen Konzepten in der Baupraxis und zeigte unter anderem »Earth-Scraper« als visionäre Ansätze für Gebäude der Zukunft (Text und Moderation: Christiane Sauer, Projektleitung: Martin Luce).

Nächste Termine der Reihe »Die Zukunft des Bauens« :

Neu-Ulm: Donnerstag, 27. September 2012

Modellprojekte im Bestand

München: Dienstag, 9. Oktober 2012

Einfluss von Nachhaltigkeitskriterien auf den Wert der Immobilie

Hamburg: Donnerstag, 15. November 2012

Die Zukunft ganz nah: Plusenergie und E-Mobilität

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