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Foto: Matthieu Gafsou

Runde Sache: Verbandszentrale von Localarchitecture

Zehn Jahre hat es gedauert, bis Localarchitecture endlich den neuen Firmensitz für die FIM in Mies bei Genf bauen konnten. Bereits 2006 hatten sie einen Wettbewerb zum Umbau gewonnen. Durch Wechsel in der Geschäftsführung kam es erst 2013 zum Abriss des alten Gebäudes und das Büro wurde mit dem Neubau beauftragt.

Zwischen einer Bahnstrecke und einer viel befahrenen Straße liegt das Grundstück des Motorradweltverbandes. Üppiges Grün wächst auf der gesamten Fläche und fügt der heterogenen Bebauung ringsum noch eine weitere Komponente hinzu. Der neue Firmensitz tritt als elegantes, leichtes Gebäude mit symbolträchtigem, rundem Grundriss in Erscheinung.

Drei leicht ovale Scheiben aus Sichtbeton gliedern das repräsentative Gebäude horizontal. Da die Fassade vollständig verglast ist, sind die Schichten auch von außen gut ablesbar. Beginnend mit dem flachen Sockel folgt die Geschossdecke und schließlich die weit auskragende Dachscheibe. Letztere wird von einem ganzen Wald aus filigranen, schlichten Säulen getragen. Beim Vorbeifahren erzeugen diese Säulen einen kinetischen Effekt, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. So machen sich Localarchitecture die von Bewegung geprägte Umgebung zunutze.

Spiralförmige Treppe
Zwei Wege führen in das Gebäude und treffen dort im rechten Winkel aufeinander. Sie sind der Grundstein für die orthogonale Organisation im Inneren. Wo sie sich im Erdgeschoss treffen, führt die freistehende, spiralförmige Treppe ins Obergeschoss. Sie ist in einem Stück aus Beton gegossen und wird durch mehrere kuppelförmige Oberlichter mit Tageslicht versorgt. Die Unterseiten der Stufen laufen im Dreieck zusammen, was die Assoziation einer Wirbelsäule aufkommen lässt.

Die zentrale Halle dient als Verteiler auf die unterschiedlichen Räume. Im Erdgeschoss befinden sich alle öffentlichen und Gemeinschaftsräume. So liegen zum Beispiel ein Auditorium für 100 Personen und ein Kursraum für 30 Personen im Osten, während im Süden ein Ausstellungsraum und eine Cafeteria anschließen. Der Grundriss ist auf eine flexible Nutzung ausgelegt, und ermöglicht es, alle vier Räume zu verbinden.

Im Obergeschoss befinden sich die Büros der Direktion und der Verwaltung. Auch hier sind große Teile raumhoch verglast, sodass die Scheibenwirkung wieder deutlich in Erscheinung tritt. Verstärkt wird das Bild dadurch, dass Böden und Decken mitsamt der Treppe als verbindendes Element die gleiche Materialität haben. Die Wände hingegen sind entweder weiß verputzt oder verglast.

Damit die Räume maximal flexibel genutzt werden können, ist die Technik im Hohlraum des Doppelbodens untergebracht. Alle Erschließungsräume sind zu diesem Zweck komplett von Technik befreit, mit Ausnahme einer Fußbodenheizung im Erdgeschoss. Für das Obergeschoss dient das auskragende Dach als Sonnenschutz, denn seine Form ist nicht nur eine Hommage an den Auftraggeber, sondern auch optimal an den Sonneneinfall angepasst.

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Weitere Informationen

Entwurf: März 2013 - März 2014
Baubeginn: April 2014
Fertigstellung: März 2016
Grundstück: 72250 m²
BGF: 1500 m²

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