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Sanierung einer Sporthalle mit Quadratrauten aus Titanzink

Titanzink-Rauten und Lichtkuppeln an der Fassade der Turnhalle in Heiligenhaus

Bei der Sanierung der Turnhalle an der Hülseckerstraße im nordrhein-westfälischen Heiligenhaus war es für die Kölner Architektin Ute Piroeth wichtig, die markanten Details des Gebäudes, wie z. B. das Satteldach, zu erhalten. Im Vergleich zu den umliegenden Flachdachgebäuden wirkte die Turnhalle so wie eine eingeschobene Skulptur. Ute Piroeth und formulierte aus diesen baulichen Zusammenhängen ihre Entwurfsidee, Dach und Fassade mit einer gemeinsamen Struktur zu verbinden und durch eine ausgefallene Fassadengestaltung zu betonen.

Um die baulichen und bauphysikalischen Mängel zu beseitigen, wurden die Fassaden- und Dachmaterialien entfernt und das Gebäude bis auf das vorhandene Stahlbetonskelett zurückgebaut. Zu berücksichtigen war dabei, dass sämtliche Arbeiten im Bestand durchgeführt wurden und der Schutz des Innenraumes einen erhöhten logistischen Aufwand erforderte. Dies galt insbesondere für das Dach, das umfassend saniert werden musste. Die vorhandene Holzkonstruktion erfüllte nicht mehr die heute gültigen statischen Anforderungen und die ursprüngliche Dachneigung von 6° entsprach nicht den aktuellen Normen hinsichtlich der Mindestneigung. Aus diesem Grund wurde die vorhandene Holzkonstruktion des Dachs der kleinen Turnhalle ertüchtigt. Auf die vorhandene Dachkonstruktion wurde eine verstärkte Holzkonstruktion montiert, sodass die Dachneigung auf 16° erhöht und die geforderten DIN-Normen eingehalten werden konnte.

Titanzink-Rauten und Lichtkuppeln an der Fassade der Turnhalle in Heiligenhaus

Für die Fassaden- und Dachbekleidung fiel die Wahl auf Titanzink von Rheinzink. Zu den Vorteilen zählen zum einen seine gestalterische Vielfältigkeit und Flexibilität, zum anderen die Fähigkeit, unter den natürlichen Witterungsverhältnissen eine schützende Patina zu bilden. Diese Zinkkarbonatschicht bildet sich durch das Regenwasser und das Kohlendioxid in der Luft und schützt das ­Titanzink zuverlässig. Reinigung, Pflege und Wartung sind während der gesamten Nutzungsphase nicht notwendig, denn die Patina bildet sich nach Beschädigungen immer wieder neu.

Um unregelmäßige und ­unruhige Lichtreflexionen während der Bildung dieser Patina zu vermeiden, hat Rheinzink neben »prePatina walzblank« mit einem weltweit einmaligen Beizverfahren die Oberflächenqualitäten »prePatina blaugrau« und »prePatina schiefergrau« entwickelt. Das Verfahren verleiht dem Werkstoff bereits werksmäßig den Farbton, der durch die natürliche Bewitterung ohnehin entsteht. Die Eigenschaft des Materials, die lebenslang schützende Patina zu bilden, bleibt dabei vollständig erhalten.

Für spezielle Anforderungen und Gestaltungswünsche bietet das Unternehmen die zusätzliche Ausstattung mit einer transparenten Schutzschicht, die auch widrigsten Umwelteinflüssen standhält, sowie die farbige Beschichtung auf PVDF-Basis, bei der die positiven Verarbeitungseigenschaften des Titanzinks erhalten bleiben.

Titanzink-Rauten und Lichtkuppeln an der Fassade der Turnhalle in Heiligenhaus

Für das Dach und die Fassade der kleinen Turnhalle in Heiligenhaus kamen Quadratrauten mit der Oberflächenqualität prePatina blaugrau zum Einsatz. Dadurch erhielten die Außenflächen die in der Entwurfsidee formulierte gemeinsame Struktur. Pyramidenförmige Lichtkuppeln, die – als Rauten eingesetzt – auf einer Spitze stehen und an glitzernde Edelsteine erinnern, verleihen der Südfassade den von der Architektin gewünschten skulpturalen Charakter. Dabei orientieren sich die Grundflächen der Pyramiden am Verlegeraster der Quadratrauten mit Kreuzfuge.

»Diese 15 kleinen und 10 großen Lichtkuppeln waren für die Größe der Rauten und ihre Verlegung das Maß der Dinge«, berichtet Verarbeiter Thomas Sobireg, Wuppertal. »Um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erhalten, wurden beide Rautensysteme in einem Sondermaß hergestellt und ausgeliefert.« Für die Maßermittlung und die exakte Verlegung wurde die Fassade zunächst mit einem Laser vermessen und entsprechend gerastert. Anschließend erfolgte der Übertrag in einen Verlegeplan, der die Basis für den Zuschnitt der Rauten bildete. Vor Ort wurden dann zuerst die Lichtkuppeln montiert, Maßpunkte auf die Rohfassade übertragen und erst danach die Rauten 28 x 28 cm als Kreuzfuge verlegt.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 5/2014

Umnutzung, Ergänzung, Sanierung

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