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Schallschlucker und Stromspender in einem

Ein Solarkraftwerk der besonderen Art ist seit 2003 im bayrischen Freising in Betrieb: Die 1,2 Kilometer lange Anlage erzeugt gleichzeitig Strom und schützt die Anwohner vor Autobahnlärm. In den vergangenen Monaten ist das Kraftwerk modernisiert und um 100 kW Leistung erweitert worden.

Lärmschutzwänden haftet vielfach noch immer der Ruf der „Bausünde“ an , obgleich es sie inzwischen in erstaunlicher Vielfalt gibt: aus Bertonfertigteilen mit oder ohne integrierte Glaselemente, in allen erdenklichen Formen und Farben, mit integrierten Pflanzenkübeln oder auch aus übereinander gestapelten Gabionen errichtet. Nur selten jedoch wurden sie bislang mit einer Zusatzfunktion versehen außer derjenigen, Autobahnlärm aus Wohngebieten fernzuhalten.

Ebendies leistet die „PV Soundless Barrier“ entlang der A 92 bei Freising: Das 1,2 Kilometer lange Solarkraftwerk erzeugt Strom und schützt die Bewohner der 45.000-Einwohner-Stadt vor dem Lärm der wegen ihrer Nähe zum Münchner Flughafen vielbefahrenen Autobahn. Entstanden das Projekt bereits 2003 auf Betreiben der Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH. Der Clou der Konstruktion: Der größte Teil der solaren Lärmschutzkonstruktion bestand aus einem neu entwickelten Typ keramischer Photovoltaik-Modulen, der bereits allein die notwendige Schallschutzfunktion sicherstellten. Eine zusätzliche Betonwand war daher nur im unteren Teil der Schallschutzbarriere notwendig, wo Standardmodule zum Einsatz kamen. Die nach Süden ausgerichteten Module wurden mit rund 30 Grad Neigung auf einer Stahl-Ständerkonstruktion montiert, wie diese für Anlagen im Freigelände üblich ist.

Diese Konstruktionsart wurde auch bei der nun vollendeten Sanierung des Kraftwerks beibehalten. Ersetzt werden mussten jedoch die keramischen Photovoltaik-Module, die 2003 im Rahmen eines Forschungsvorhabens entwickelt worden waren und deren Ertrag hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Fortan ist das Freisinger Solarkraftwerk mit rund 2200 2200 monokristallinen PV-Modulen des Herstellers Isofoton S.A. bestückt. Sie sollen einen jährlichen Ertrag zwischen 500.000 und 600.000 Kilowattstunden Strom liefern. Das reicht aus, um den Bedarf von rund 180 Haushalten zu decken. Die Betreiber rechnen mit einer jährlichen CO2-Einsparung von rund 550 Tonnen CO2.

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