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Sprechende Räume – „Kathedralen der Kultur“

Die Berliner Philharmonie, die Russische Staatsbibliothek, das Halden-Gefängnis, das Salk-Institute, das Opernhaus in Oslo und das Centre Pompidou – dies sind die Protagonisten des 3D-Filmprojekts „Kathedralen der Kultur“. Regisseure wie Wim Wenders oder Robert Redford laden dazu ein, die Gebäude als sprechende Räume wahrzunehmen. Der Film startet am 29. Mai 2014.

„Wenn Gebäude sprechen könnten,...“ Dieser Frage gehen Wim Wenders, der erst Ende April verstorbene Michael Glawogger, Michael Madsen, Robert Redford, Margreth Olin und Karim Ainouz in je einem Kurzfilm nach. Jeder hat sich seine „Kathedrale der Kultur“ ausgesucht und sie von einem belebten Objekt zu einem lebenden Subjekt werden lassen. Mit Hilfe von englischem voice over kommen die eindrucksvollen Bauwerke zumeist selbst zu Wort und beschreiben ihre Geschichte oder Gedankenwelt. So werden dokumentarische und fiktive Elemente kunstvoll miteinander verwoben.

Die sechs Kurzfilme dauern zwischen 20-30 Minuten. Und obwohl die Dokumentation somit insgesamt sehr lang ist, ist jeder Kurzfilm für sich eine Reise in eine andere Welt, in der man die Zeit nahezu vergessen kann. Die Dokus zeigen verschiedene Möglichkeiten, wie man ein Gebäude filmisch sprechen lassen kann, denn jeder der Regisseure hat seinen distinkten Stil und eigenen Ansatz, um die Bauten von einer völlig neuen Seite erfahrbar zu machen.

aus „Die Berliner Philharmonie“, Regie: Wim Wenders, © Neue Road Movies

 

aus „Die russische Nationalbibliothek“, Regie: Michael Glawogger, © Neue Road Movies

 

So gestaltet sich die „Berliner Philharmonie“ als eine Mischung aus dem, was im Gebäude selbst passiert und der Geschichte des Hauses. In der „Russischen Nationalbibliothek“ flüstern die Bücher im Hintergrund, während die Kamera liebevoll die Wände entlang streift. Im „Halden-Gefängnis“ wird nicht bewertet und mit wunderbarer Sensibilität die Problematik einer humanen Strafanstalt herausgearbeitet.

Beim „Salk-Institute“ leihen die Mitarbeiter dem Gebäude ihre Stimme und erzählen unter anderem davon, wie der Architekt Louis Kahn Funktion in Architektur umgewandelt hat. Das „Oslo Opernhaus“ ist ein künstlerischer und nahezu literarischer Film, welcher die Repräsentation als Kulturstätte spielerisch mit den kinematografischen Möglichkeiten kombiniert. Im „Centre Pompidou“ schlussendlich wird der Gegensatz zwischen der Außenwirkung und dem, was innerhalb der futuristischen Kulturmaschinerie passiert, aufgezeigt.

aus „Das Halden-Gefängnis“, Regie: Michael Madsen, © Neue Road Movies

 

aus „Das Salk-Institute“, Regie: Robert Redford, © Neue Road Movies

 

Bereits auf der Berlinale gelaufen, ist der offizielle Kinostart am 29. Mai 2014. Das internationale Filmprojekt wird in zwei Fassungen gezeigt: Die Vollversion mit allen sechs Episoden am Stück und eine zweigeteilte Variante mit je drei Episoden. Aufgenommen in 3D gibt es den Film in ausgewählten Kinos auch in 2D zu sehen.

Ob man nun ein Freund von 3D-Filmen ist oder nicht - es ist ein gutes Mittel, Architektur in einer weiteren Dimension erfahrbar zu machen. So wird die Illusion kreiert, direkt im Raum und nicht davor zu stehen. Das unterstreicht den Versuch, eine Symbiose mit dem Gebäude einzugehen und intensiviert das Kinoerlebnis eines Filmes, bei dem es eben genau darum geht: die Architektur. Und die Bedeutung, die sie für die Menschen und die die Menschen für sie hat.

aus „Das Oslo Opernhaus“, Regie: Margreth Olin, © Neue Road Movies

 

aus „Das Centre Pompidou“, Regie: Karim Ainouz, © Neue Road Movies

 

Wer sich den Film schon vor dem offiziellen Kinostart anschauen möchte: Am 09.05.2014 gibt es im Zuge des DOK.forums vom Internationalen Dokumentarfilmfestival München ein Screening mit anschließender Diskussion. Mehr Infos unter www.dokfest-muenchen.de

 

Kathedralen der Kultur, 2013, Neue Road Movies, 156 Minuten, ab 29.05.2014 im Kino
www.neueroadmovies.com/filme/kathedralenderkultur

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