You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Zukunft des Bauens_Köln

»Städtisches Wohnen im Wandel«, Köln // Programm

Nicht selten entzündet sich daran Kritik: Sind stark verdichtete Strukturen überhaupt noch urbane Lebensräume? Erlaubt der hohe wirtschaftliche Druck, dem das Bauen in der Großstadt heute unterliegt, noch lebenswerte und gleichzeitig bezahlbare Wohnungen mit einer lebendigen Diversität? Politik, Planer und Industrie suchen nach attraktiven Konzepten, die kostengünstige, serielle Neubaulösungen intelligent mit dem Bestand verbinden und gleichzeitig einen Beitrag zu Baukultur leisten. Daneben können Mischkonzepte, die anpassbaren Raum für die verschiedenen Nutzergruppen bieten, es gleichzeitig schaffen, Wohnen und Arbeiten, private und öffentliche Räume wieder besser zu verbinden. So entstehen trotz hoher städtischer Dichte, Qualitäten und Freiräume für alle.

Architekten, Forscher und Vertreter der öffentlichen Hand sprechen am 18. Juli 2017 in Köln über aktuelle Entwicklungen und Projekte zum Thema »Städtisches Wohnen im Wandel«. Diskutieren Sie gemeinsam mit den Referenten über die Zukunft des Planens und Bauens.

Programm

16:00 Uhr    Wohnungsneubau aus Sicht der Immobilienwirtschaft – Anreize und Hemmnisse
Alexander Schürt | Projektleiter Wohnungs- und Immobilienmärkte im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Berlin

16:30 Uhr    Bauen mit Weitblick – Systembaukasten für den industrialisierten Wohnungsbau
Markus Lechner M.Sc. |  Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, TU München

17:00 Uhr    Uniform, Unikat, Kollektion
Dan Schürch | Duplex Architekten, Zürich


17:30 Uhr    Pause

18:00 Uhr    Wohnvielfalt – Quartiersorientiert und sozial vernetzt
Prof. Susanne Dürr | Architektin und Professorin für Städtebau, Gebäudelehre und Entwerfen, Hochschule Karlsruhe

18:30 Uhr    Gemeinschaftliche Räume - Projekte von bogevischs buero
Julius Klaffke | bogevischs buero, München

19.00 Uhr    Diskussion
       
19.30  - 20.30 Uhr  Get-together

FORTBILDUNGSPUNKTE
Die Veranstaltung ist als Fortbildung mit einem Umfang von 2 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten für die Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in den Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur anerkannt.

Kurze Werbepause

Referenten und Vorträge:

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Alexander Schürt

Wohnungsneubau aus Sicht der Immobilienwirtschaft – Anreize und Hemmnisse

Die Wohnungs- und Immobilienmärkte entwickeln sich in den Teilräumen Deutschlands in sehr unterschiedliche Richtungen – von Marktanspannungen mit Wohnungsengpässen und drastischen Mieten- und Preissteigerungen auf der einen Seite bis hin zu Bevölkerungsabwanderungen mit zunehmenden Leerständen und Problemen der Daseinsvorsorge auf der anderen Seite.
Die Wohnungssuche und der Immobilienerwerb sind in vielen boomenden Städten und Regionen zu einer zeitlichen und finanziellen Herausforderung für Haushalte geworden. Kompromisse bei den Wohnungsansprüchen oder Ausweichbewegungen in andere Quartiere oder Gemeinden sind die Folge. Der Wohnungsneubau deckt in den Wachstumsregionen trotz steigender Genehmigungs- und Fertigstellungszahlen immer noch nicht den stark gestiegenen Wohnungsbedarf ab. Woran liegt das? Worin liegen die Hemmnisse beim Wohnungsneubau? Welche Anreize bestehen für Investoren und Private neue Immobilien zu bauen oder zu kaufen? Wie kann der bedarfsgerechte Neubau von Wohnungen ausgeweitet werden?

Alexander Schürt (Diplom-Geograph) arbeitet seit 2003 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) – zunächst im Bereich Raumentwicklung, seit 2005 im Referat Wohnungs- und Immobilienmärkte. Als Projektleiter analysiert und bewertet er aktuelle Strukturen und Entwicklungen der Wohnungs- und Immobilienmärkte in den Teilräumen Deutschlands. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Wohnungsmieten, Immobilienpreise, Bautätigkeit und Wohnungsleerstände.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Markus Lechner

Bauen mit Weitblick - Systembaukasten für den industrialisierten sozialen Wohnungsbau

Aufgrund der wachsenden städtischen Bevölkerung und der Bauaktivitäten der letzten Jahrzehnte wird bezahlbarer Wohnraum in den Ballungszentren zunehmend knapper und teurer. Zusätzlich sind steigende Baukosten durch einen stetigen Anstieg von Regularien und Standards zu beobachten. Eine mögliche Lösung zur Schaffung von kostengünstigem sozialen Wohnungsbau wird im industriellen und seriellen Bauen gesehen. Im Forschungsprojekt »Bauen mit Weitblick« wird ein möglicher gangbarer Weg für den standardisierten mehrgeschossigen sozialen Wohnungsbau von der Planung bis zur Ausführung erforscht. Durch seriell vorgefertigte Elemente (Flächenelemente / Module) mit hoher Vorfertigungstiefe inkl. TGA soll preiswertes und qualitätsvolles Bauen ermöglicht werden.

Markus Lechner ist gelernter Zimmermann, Zimmermeister und staatlich geprüfter Bautechniker. Anschließend studierte er von 2010-2016 Bauingenieurwesen an der TU München mit dem Schwerpunkt konstruktiver Ingenieurbau und Architektur in einer Querschnittsvertiefung. Seit 2016 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt »Bauen mit Weitblick - Systembaukasten für den industrialisierten sozialen Wohnungsbau« am Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TU München.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Dan Schürch

Uniform, Unikat, Kollektion

Verdichteten Wohnungsbau im großen Maßstab kennen wir seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Den Mietblocks der Industrialisierung, den programmatischen Positionen des Sozialismus und Faschismus, aber auch der eher gemäßigten Gartenstadtbewegung ist eines gemeinsam: Sie alle gehen von einem mehr oder weniger homogenen Menschenbild aus. Städtebauliche Identität deckt sich mit sozialer Identität. Aber wie kann heute, unter Bedingungen zunehmender Individualisierung hochverdichteter Wohnraum gebaut werden? Wie stiften wir als Architekten Identität, wenn die kulturelle Entwicklung eindeutig auf Differenz und Individualisierung zusteuert?
Beim Projekt »mehr als wohnen« in Zürich Leutschenbach (CH) und beim »Glasi-Quartier« in Bülach (CH) sind wir auf der Suche nach städtebaulichen Grundsätzen, welche auf räumlicher Ebene das Potenzial eröffnen, Identität zu stiften. Um dem gängigen Bild der grauen Vorstadt mit gleichförmiger Siedlungsbebauung entgegen zu wirken, generieren wir mit bewusster städtischer Dichte einen Ort, der zum Identitätsträger für einen wachsenden Stadtteil werden soll. Die Baukörper sind äußerst kompakt und werden so gruppiert, dass keine monotone, egalisierte Dichte entsteht. Wie beim Nolliplan[1] von Rom sind die öffentlichen Räume einem Linolschnitt gleich aus der Masse herausgeschnitten und bilden eine vielfältige, charaktervolle Abfolge von Raumsequenzen mit Aufenthaltsqualitäten für alle Tages- und Jahreszeiten. Dabei handelt es sich weniger um die Komposition einer Figur, als vielmehr um einen Entwurf von Zwischenräumen. Zusammengesetzt aus unterschiedlichen Orten, wie Plätze, Gärten, Parkflächen und Brachen, der Erschließung aus Strassen und Gassen und ergänzt durch Möblierungen und Funktionselemente, entsteht eine dramaturgische Grundlage für die »Filmsequenzen« des städtischen Alltagslebens.

[1] Gianbattista Nolli, Plan von Rom, 1748

Dan Schürch, Architekt FH / REG A, Mitglied SIA, BDA NRW und Architektenkammer Hamburg
Dan Schürch, geboren 1976 in der Schweiz, Lehre als Hochbauzeichner, Architekturstudium an der ZHAW Winterthur, Praktikum bei DRFTWD Amsterdam, Mitarbeit bei Meili, Peter Architekten Zürich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Markus Peter im Bereich Konstruktion und Entwurf an der ETH Zürich. 2007 Gründung DUPLEX Architekten Zürich mit Anne Kaestle. Für das Wohnquartier »Mehr als Wohnen« in Zürich wurden sie 2014 mit dem DEUBAU-Preis für junge Architektinnen und Architekten ausgezeichnet. Inzwischen führt Duplex Architekten neben dem Stammsitz in der Schweiz Büros in Düsseldorf und Hamburg.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Prof. Susanne Dürr

Wohnvielfalt – Quartiersorientiert und sozial vernetzt

Wie wollen wir leben? Mit dieser Frage beginnt der Planungsprozess vieler gemeinschaftlicher Wohn- und Lebensprojekte. Zwei genossenschaftliche »Bastelnachbarschaften« aus der Schweiz und Deutschland werden vorgestellt, der Fokus der Betrachtung liegt auf ihrer sozialen Vielfalt und dem Miteinander mit dem Quartier. Begegnung durch Vielfalt wird auf unterschiedlichsten Ebenen thematisiert. Sie resultiert aus der Wechselwirkung von Stadtstruktur, Standort und Projekt und aus der Gestaltung von Räumen, die zwischen öffentlichen, gemeinschaftlichen und privaten Sphären  differenzieren. Funktionale Bausteine unterstützen die Vernetzung ebenso wie rechtliche oder partizipatorische Organisationsstrukturen.

Susanne Dürr ist Architektin und Professorin für Städtebau, Gebäudelehre und Entwerfen an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft. 
Architekturstudium an der Universität Karlsruhe und University of Bath. Mitarbeit bei Alison und Peter Smithson in London und BW Building Workshop, Renzo Piano in Genua. Wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Entwerfen an der Universität Stuttgart und am Institut für Städtebau, Universität Karlsruhe, Lehraufträge an der htWg Konstanz und an der h_da Darmstadt. Projektmanagement am European Institue for Energy Research (EIFER) in Karlsruhe. Seit 2000 städtebauliche Gutachten, Preisgerichte, Gestaltungsratsaktivitäten, Forschung und Veröffentlichungen mit Schwerpunkten zur sozialen, klimagerechten Stadt, zu Themen des Wohnungsbaus und des öffentlichen Raums. Seit 2007 Professorin im Studiengang Architektur der Hochschule Karlsruhe.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Julius Klaffke

Gemeinschaftliche Räume – Projekte von bogevischs buero
Urbaner Wohnungsbau beginnt im öffentlichen Raum.
Auf unserem Weg vom Straßenraum durch Höfe, Hauseingänge, Treppenräume, Laubengänge bis hin zur eigenen Wohnung durchlaufen wir unterschiedliche Abstufungen öffentlicher, gemeinschaftlicher und privater Räume.
Dieser Weg verbindet unsere Wohnung mit der Stadt. Bedürfnisse des Schutzes und der Abgrenzung überlagern sich hier mit dem Wunsch nach Öffnung und Austausch.
Als Bereiche der informellen Begegnung zwischen der Intimität der Wohnung und der Anonymität der Straße haben diese Übergangsräume besondere Gestaltungspotentiale, können programmatisch aufgeladen und räumlich ausgedehnt werden oder als schlichte Treppenhäuser funktionieren.
Es sind Bereiche, die die Wahrnehmung des Wohnumfelds prägen, Identifikation und Gemeinschaft fördern können.

Julius Klaffke studierte Architektur an der University of North London und an der TU Braunschweig, wo er im Jahr 2000 sein Diplom absolvierte. Im Anschluss arbeitete er bei Meili Peter Architekten (Zürich), Saubruch Hutton Architekten (Berlin) sowie Holzer Kobler Architekten (Zürich). Nach einem Lehrauftrag an der TU Berlin bei Prof. King, arbeitete Julius Klaffke von 2003–2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München bei Prof. Ebner und Prof. Wolfrum. Seit 2009 ist er Projektleiter bei bogevischs buero (München), seit 2015 ist er dort assoziierter Architekt mit Schwerpunkt Wohnungsbau und Beteiligungsverfahren.

Alle Veranstaltungen im Überblick


Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung. Über das Online-Tool können Sie sich bereits Ihre Tickets für die gesamte Veranstaltungsreihe sichern. Die Teilnahme ist kostenfrei.

29. Juni 2017, Hamburg
INTEGRALE PLANUNG
Bau- und Prozessmanagement 4.0
> Weitere Informationen
> Anmeldung

18. Juli 2017, Köln
STÄDTISCHES WOHNEN IM WANDEL
Kostengünstig und lebenswert
> Anmeldung

26. September 2017, Frankfurt
KLIMAGERECHTES BAUEN
Lebensqualität im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech
> Weitere Informationen
> Anmeldung

26. Oktober 2017, Leipzig
CHANCE BESTAND
Umbauen, Umnutzen, Umdenken
> Weitere Informationen
> Anmeldung

21. November 2017, München
MATERIAL UND KONSTRUKTION
Von der Forschung zur Anwendung
> Anmeldung

Partner der Veranstaltung sind:

Zukunft des Bauens, DETAIL research
Aktuelles Heft
DETAIL 12/2017
Architektur und Landschaft, DETAIL 12/2017

Architektur und Landschaft

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige