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Stimmige Einheit: Neues Konzerthaus in Katowice

Mit dem Gewinn des internationalen Wettbewerbs 2008 für den Hauptsitz des Nationalen Symphonieorchesters im polnischen Katowice präsentiert sich sechs Jahre danach, unweit des Zentrums gelegen, ein neues Prunkstück. Das Architekturbüro Konior Studio schuf in seiner Heimatstadt ein Gebäude, das eine treibende Kraft für die gesamte Region Schlesiens und dessen Bewohner sein soll.

Architekten: Konior Studio, Katowice, Polen
Standort: Plac Wojciecha Kilara 1, Katowice, Polen

Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Krzysztof Krzeminski
Foto: Krzysztof Krzeminski

Die 300.000 Einwohner Stadt Katowice, deren wichtigster Sektor vor 20 Jahren noch der Kohleabbau war, stand vor der Herausforderung, die postindustriellen und nun brachen Flächen nahe des Zentrums für eine positive Stadtentwicklung zu revitalisieren. Um dem seit 1945 dort ansässigen Nationalen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks (NOSPR) einen modernen und angemessenen Hauptsitz zu bieten, wurde 2008 ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Das heimische Büro Konior Studio überzeugte schlussendlich die Jury mit seinem Entwurf, der auf die traditionelle Baukultur der ehemaligen Bergarbeiterstadt verweist.

Das eigentliche Konzerthaus wurde an den südwestlichen Rand des Bauplatzes gesetzt. Auf der verbleibenden Fläche entstand ein attraktiver, öffentlicher Raum samt Park mit über 450 Bäumen, zwei Plätzen, einem Amphitheater, einem Labyrinth und einem Brunnen.

Konior Studio, Konzerthaus Katowice
Entwurfsidee, Grafik: Konior Studio
Konior Studio, Konzerthaus Katowice
Lageplan, Grafik: Konior Studio
Konior Studio, Konzerthaus Katowice
Grundriss EG, Grafik: Konior Studio
Konior Studio, Konzerthaus Katowice
Längsschnitt, Grafik: Konior Studio
Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Daniel Rumiancew
Foto: Daniel Rumiancew

Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes führt auf die traditionelle Verwendung des Sichtziegels in der Region, wie bei der ehemaligen Bergarbeitersiedlung "Nikiszowiec" im Osten der Stadt, zurück. Die erste Ebene der Fassade besteht aus 80 in der Breite variierenden Monolithen, die nur durch Verglasungen oder Eingänge durchbrochen werden. Die Außenhaut wird von braunen, in den Nischen glänzend roten Ziegeln dominiert. Durch eine neue, modernere Art der Sinterung konnten diese langlebiger und qualitativ hochwertiger ausgeführt werden.

Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Daniel Rumiancew
Foto: Daniel Rumiancew

Ziel war es, im Inneren des Gebäudes über mehrere Layer von Strukturen, Texturen, Materialien oder Licht eine einzigartige Stimmung zwischen Musikern und Musikliebhabern zu schaffen. Das Raumprogramm gliedert das Gebäude in drei unabhängig voneinander funktionierende Bereiche. Im äußeren viergeschossigen Ring finden die Musiker insgesamt mehr als 400 Räume für sich vor, unter anderem mit Proberäumen, Umkleiden und einer Kantine. Gäste und Besucher des Hauses betreten das Innere über ein hohes Atrium, das den Kern, den anthrazitgrauen Konzertsaal aus mit Birkenholz geschaltem Sichtbeton, besonders zur Geltung bringt. Eine Vielzahl an hochwertigen Materialien des öffentlichen Bereichs setzen einen freundlichen Kontrast zur rauen Optik des mit 1800 Sitzplätzen bestückten Mittelpunkts des Gebäudes, der über das Entree zudem ganz umrundet werden kann.

Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Daniel Rumiancew
Foto: Daniel Rumiancew
Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Daniel Rumiancew
Foto: Daniel Rumiancew

Das Innenleben des Saals wirkt durch seine weichen Formen wie ein Instrument und bietet durch die stadionartige Anordnung der Sitze den Besuchern bei Konzerten eine besondere, fast schon intime Stimmung. Für die Akustik, die als eine der besten in Europa gilt, zeigt sich der Japaner Yasuhisa Toyota verantwortlich. Er entwarf wellenförmige Wandpaneele, die das Gesamterscheinungsbild des Konzertsaals abrunden.

Durch seinen starken Bezug zur schlesischen Kultur, Tradition und Landschaft und die Verwendung lokaler und natürlicher Materialien vermittelt das Projekt der Bevölkerung ein Gefühl der Zugehörigkeit und soll so als sozialer Katalysator fungieren.

Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Daniel Rumiancew
Foto: Daniel Rumiancew
Konior Studio, Konzerthaus Katowice, Daniel Rumiancew
Foto: Daniel Rumiancew
Konior Studio, Konzerthaus Katowice
Foto: Konior Studio

Weitere Informationen:

Fertigstellung: 2014
Planungsphase: 2009-2012
Realisierung: 2012-2014
Nutzfläche: 25.782 m²
Auftraggeber: Stadt Katowice
Kosten: ca. 70 Millionen Euro

Einen virtuellen Rundgang durch das Gebäude finden sie unter diesem LINK.

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