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Foto: Christel Derksen & Rolf Bruggink

Stück für Stück zum neuen Glück: Rolfs Haus in Utrecht

»House of Rolf« ist das Eigenheim des Architekten selbst. Dieser erwarb das Gebäudeduo im niederländischen Utrecht mit der Intention, einen der beiden Bauten abzureißen und den anderen als Wohnhaus zu nutzen. Während des Abrisses entstand die Idee, die ausrangierten Materialien wiederzuverwerten und in den Umbau des ehemaligen Wagenschuppens aus dem späten 19. Jahrhundert zu integrieren.

Die Rahmenbedingungen die die frühere Remise liefert, sind simpel. Mit 15 x 7,5 bzw. 5,5 Metern Höhe, spannen die Ziegelmauern einen rechteckigen Grundriss auf und werden zur umschreibenden Außenhülle. Ein Flachdach mit einem Oberlicht bildet den Abschluss des quaderförmigen Baus. Erschlossen wird das Wohn- und Arbeitsensemble über ein großes, stirnseitiges Tor. Den einzigen Eingriff in den Bestand stellt ein Panoramafenster in der gegenüberliegenden Fassade dar. Somit gelangt viel Licht in den Innenraum, weiß gestrichene Wandflächen unterstreichen den hellen Charakter.

Der Bau gliedert sich in drei programmatische Einheiten. Diese ergeben sich durch fünf sichtbare Träger im Dach, welche die Remise in Querrichtung durchziehen. An dieser Zonierung orientiert sich das gesamte Designkonzept. Der erste Abschnitt ist dem Ankommen gewidmet und bleibt größtenteils leer. Aufgrund seiner Höhe entsteht ein loftartiger Eindruck. Im mittleren Teil gibt es eine raumhohe, skulpturale Struktur. Sie ist zentral im Gebäude positioniert und kann im Erdgeschoss umrundet werden. Völlig von der Außenhülle abgekoppelt verbindet und unterteilt sie den Innenraum gleichermaßen. Den dritten Abschnitt füllt ein weiteres Element. Es unterscheidet sich vom ersten insofern, als es sich an den Bestand anzulehnen scheint und den darunterliegenden Wohnbereich überragt. Beide Körper sind durch einen Korridor im Obergeschoss verbunden und können über separate Treppen erreicht werden.

Im Erdgeschoss findet neben einer mittigen Küche, ein großzügiger Wohnbereich Platz. Auf dem zweiten Level komplettieren Schlafzimmer, WC, Dusche, Bad und ein weiteres Büro das Raumprogramm.

Eine Schlüsselrolle wird dem Designer Niek Wagemans zuteil. Dieser setzt die Materialien zu perfekt auf ihren Ort abgestimmten Objekten zusammen und kreiert so ein harmonisches Gesamtbild. Auf diese Weise finden ausrangierte Heizkörper als Wandpaneele und Konstruktionshölzer als Wand- und Bodenbeläge eine neue Verwendung.

»House of Rolf« zeigt exemplarisch auf, wie scheinbar ausgedienten Materialien neues Leben eingehaucht werden kann.

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