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Suburbaner Raum im Lebenszyklus

Forschungsprojekt zum Strukturwandel suburbaner Räume in deutschen Großstadtregionen

Unter dem Einfluss veränderter gesellschaftlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen sind in Deutschland und anderen europäischen Ländern nicht mehr nur die Kernstädte von negativen Entwicklungsdynamiken wie Bevölkerungsabwanderung oder -stagnation gekennzeichnet, sondern auch suburbane Räume. Eine Forschungsstudie der TU Dortmund im Auftrag des BBSR und des BMVBS untersucht den Strukturwandel suburbaner Räume in ausgewählten Stadtregionen Deutschlands und benennt Strategien zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen.

Studie im Rahmen des Forschungsprogramms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" im Auftrag des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im BBR und Bundesministerium für Verkehr, Bau, und Stadtentwicklung (BMVBS), durchgeführt von Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher (TU Dortmund /rha - reicher haase associierte GmbH) und Prof. Dr. Markus Hesse (Universität Luxemburg).

Forschungsteam Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher, Prof. Dr. Markus Hesse Dipl.-Ing. Holger Hoffschröer, Dipl.-Ing. Ilka Mecklenbrauck, Dipl.-Ing. Jan Polivka

Ausgangssituation und Zielsetzung

Die suburbanen Räume haben in der jüngeren Vergangenheit zwar eine Reihe typisch urbaner Eigenschaften angenommen, sie bleiben aber auch von negativen Begleiterscheinungen der Urbanisierung nicht verschont. Insbesondere ausgelöst durch Alterung und den feststellbaren Wandel der Wohnungs- und Grundstücksmärkte, zeigen sich spezifische Anpassungszwänge und -probleme suburbaner Siedlungen. Obwohl diese Probleme keineswegs völlig neu sind, finden sie erst in jüngerer Zeit nennenswerte Beachtung. Dies hat vor allem mit dem laufenden Generationenwechsel in suburbanen Wohngebieten der 1960er und 70er-Jahre zu tun. Hinzu kommt die programmatisch-normative Fokussierung der Stadtplanung und Stadtforschung auf Kerngebiete und Innenstädte, die dem Leitbild der europäischen Stadt deutlich näher sind als die Randräume.

Das Ziel dieser Studie ist es, den Strukturwandel suburbaner Räume zu analysieren und spezifische, dem Gegenstand angepasste Strategien für die Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen zu entwerfen. Dies gilt nicht nur für die große Bandbreite an (suburbanen) räumlichen Typologien, sondern insbesondere für die Berücksichtigung der nutzungs- oder lebenszyklischen Abschnitte im suburbanen Entwicklungstrajekt. In Abhängigkeit von Alter, sozialer Schichtung bzw. Homogenität der Standorte ergeben sich sehr unterschiedliche planerische Herausforderungen. Darauf ist mit einem abgestuften, zeitlich variablen Set von Konzepten und Maßnahmen zu reagieren.

Umsetzung

Das Forschungsprojekt ist empirisch-konzeptionell angelegt, verknüpft sekundär- und primäranalytische Zugänge zum Gegenstand und stellt Fallstudienuntersuchungen ins Zentrum. Konkret werden die folgenden Forschungsfragen verfolgt:

  • Wo liegen die Herausforderungen des lebenszyklischen Wandels suburbaner Räume?
  • Wie kann man strategisch und instrumentell mit dem identifizierten Anpassungsdruck umgehen?
  • Was kennzeichnet funktionsfähige suburbane Standorte, die sich erfolgreich an veränderte Nachfragestrukturen anpassen (städtebaulich, infrastrukturell) bzw. die von ihrer Lage und Entwicklungsgeschichte her günstige Voraussetzungen dafür besitzen?

Analytisch-konzeptionell hat die Arbeit insofern folgenden Gegenstand:

  • Differenzierung suburbaner Räume nach städtebaulichem Charakter, Entwicklungsstand und -geschichte (Status im Zyklus), Eigentumsverhältnissen, Nutzungsgefüge, Standortqualitäten und soziodemographischer Komposition
  • Entsprechend differenzierte Herausarbeitung von Problemkonstellationen und Anpassungsdruck
  • Ermittlung von spezifischen Akteurskonstellationen als einer Grundlage des Handelns
  • Entwurf strategischer und instrumenteller Lösungsansätze im Sinne eines "place-makings".

Im Zentrum der Untersuchung stehen Fallstudien zur Ermittlung der Entwicklungstrajekte und Problemlagen unterschiedlicher Typen von suburbanen Räumen. Durch quantitative und qualitative Untersuchungen werden Pendlerbeziehungen, Eigentumsverhältnisse, soziale Verhältnisse und demographische Eigenschaften der Bevölkerung im Teilraum mit baulichen siedlungsstrukturellen Gegebenheiten verschiedener Typen überlagert, um Dynamiken verschiedener sozialer und demographisch geprägter Milieus auf einer räumlichen und funktionalen Ebene zu verbinden.

Fazit

Das Forschungsvorhaben ermittelt die Vielfalt unterschiedlicher Strukturen, Prozesse und Entwicklungstendenzen in Suburbia und beantwortet in strategischer Hinsicht die Frage, wie auf veränderte Rahmenbedingungen und die spezifischen Anforderungen im Lebenszyklus suburbaner Standorte angemessen reagiert werden kann. Dazu wird der Ansatz des "place-making" verfolgt. Ausgehend von einer Definition nach Fürst (2005), verbindet sich hiermit der kollektive Prozess zur Verbesserung der Standort- und Nutzungsstrukturen suburbaner Teilräume, der unter Berücksichtigung der Spezifika dieses Standorttyps und der jeweiligen Anforderungen bestimmter Phasen seines Lebenszykluses betrachtet wird.

Ein solcher Prozess ist, zum einen, im hohen Maße von der Fähigkeit seiner Akteure zur Selbstorganisation abhängig, die auch im Rahmen von governance-basierten, also Mehrebenen- bzw. kooperativen Politik- und Planungsstilen verfolgt wird. Staatliches bzw. kommunales Handeln allein wird die notwendigen Anpassungsleistungen nicht vollbringen können. Es geht hier auch um die Ermittlung der Einstellungen, Problemsichten und Interessenlagen der Haushalte bzw. Nutzer, die in konkrete Strategien zur Verbesserung des Standortes eingebracht werden sollen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Bildrechte: Quellen in den Abbildungen nachgewiesen
Abb. 1: Großwohnsiedlung im suburbanen Raum
Abb. 2: Ortsrand
Abb. 3: Großstadtregionen 2009
Abb. 4: Typisierung der Entwicklungsdynamik suburbaner Räume und Kerne der deutschen Großstadtregionen von 1997 bis 2009

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