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The City talks back

Im Rahmen der IAA in Frankfurt folgten 450 internationale Experten der Einladung von Audi, beim ersten Audi Urban Future Summit die Zukunft der Großstädte zu diskutieren. Die Positionen und Thesen der hochkarätig besetzten Experten-Runde zeichnen spannende Perspektiven zur Mobilität der Zukunft.

Der Audi Urban Future Summit brachte renommierte Wissenschaftler und Experten zusammen um Thesen und Positionen zur Mobilität von Morgen sowie zur Symbiose von Stadt und Auto zu diskutieren. Eines wurde dabei besonders deutlich: Es gibt nicht die Megacity. Eine Stadt wie New York wird sich in ihrer Struktur und Mobilität völlig anders entwickeln als Frankfurt am Main, Mumbai oder Mexico City. Bevor es Lösungen geben kann, muss deshalb die jeweilige Stadt genau betrachtet werden, um zunächst die richtigen Fragen zu definieren. Die Antworten nehmen dann Bezug auf lokale Ansprüche - und besitzen gleichzeitig das Potential, Lösungen mit globalem Anspruch zu entwickeln. 

Der Leitsatz der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Saskia Sassen von der Columbia University New York zog sich wie ein roter Faden durch den Summit: "The City talks back". Die Urbanität vermittelt uns auf vielfältiger Ebene Informationen, die analysiert werden müssen, um mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Diese These wurde durch den Vortrag von Carlo Ratti, Ingenieur, Architekt und Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), bekräftigt.

Um Städte und deren Anforderungen in Zukunft zu verstehen, muss die Gesamtheit der Daten, die sie für uns bereithält, ausgewertet werden. Netzwerke und Datenbanken spielen dabei eine entscheidende Rolle, genauso soziale Kooperationen und das Thema Teilen. Das Auto wird sich zukünftig in städtische Systeme einbetten, in Infrastrukturen, digitale Ströme, soziale Kooperationen.

Folgende Positionen und Thesen kristallisierten sich aus den Impulsvorträgen heraus:

Saskia Sassen, Professorin für Soziologie an der Columbia University New York

Saskia Sassen, Professorin für Soziologie an der Columbia University New York:

"Die Urbanisierung des Autos macht es erforderlich, mit den Augen einer Stadt zu sehen - ich versuche tatsächlich, zu sehen wie eine Stadt. Die Stadt ist bei dieser Aufgabe ein großzügiger Partner: Sie ist ein Vergrößerungsglas für die Realität."

Richard Sennett, Vorsitzender des Forschungszentrums "LSE Cities"

Richard Sennett, Vorsitzender des Forschungszentrums "LSE Cities", The London School of Economics, und Professor für Geisteswissenschaften an der New York University:

"Menschen entwickeln sich mental und emotional, indem sie aus der Komplexität für sich einen Sinn herausziehen (). Wir brauchen die Erfahrung offener Systeme, um wachsen zu können."

Charles Leadbeater, Autor, Berater und Trendforscher

Charles Leadbeater, Autor, Berater und Trendforscher:?

"Wir empfinden es als sehr schwierig, mit den Systemen zu leben, die wir haben. Wir brauchen Systeme, die Beziehungen und Empathie unterstützen (). Was wir brauchen, ist "Systempathie"."

Carlo Ratti, Ingenieur, Architekt und Professor, Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Carlo Ratti, Ingenieur, Architekt und Professor, Massachusetts Institute of Technology (MIT):

"Dank moderner Technologien können uns die Gebäude und Objekte unserer Städte antworten (). Ein wichtiger Aspekt von Daten ist die Tatsache, dass die Kombination von Datenmengen zu einem exponentiellen Anstieg der Leistung führt."

Ludger Hovestadt, Architekt, Informatiker, Professor an der ETH Zürich

Ludger Hovestadt, Architekt, Informatiker, Professor an der ETH Zürich:

"Wir sollten uns von der Vorstellung treiben lassen, dass wir auf einem energetisierten Planeten mit indizierter Intelligenz leben. Es geht nicht mehr primär um Knappheiten, Effizienzen etc. Die Ressourcen sind jetzt von der Energie entkoppelt und können frei zirkulieren."

Chris Anderson, Chefredakteur der US-Ausgabe des Technologie-Magazins Wired

Chris Anderson, Chefredakteur der US-Ausgabe des Technologie-Magazins Wired:

"Ich bin mit meinem Auto zur Arbeit gefahren: Jeder einzelne Teil dieses Satzes wird meinen Kindern lächerlich vorkommen. "Ich fuhr" - Die Vorstellung, dass Autos gefahren werden müssen, wird ihnen archaisch vorkommen. "Mein Auto" - auch die Besitzverhältnisse werden sich ändern. "Zur Arbeit" - das impliziert die Vorstellung, dass es einen bestimmten Ort gibt, wo man arbeitet. Was in zunehmendem Maße nicht mehr der Fall ist; die Leute arbeiten von überall aus."

Alasdair Ross, Internationaler Produktmanager und Leiter der Presseagentur der Economist Intelligence Unit London

Alasdair Ross, Internationaler Produktmanager und Leiter der Presseagentur der Economist Intelligence Unit London:

"Wir diskutierten über die Gewinnung, Transformation und Benutzung von Energie. Das Auto ist das Vehikel, durch das diese Transformation stattfindet."

Jürgen Mayer H., Architekt und Gewinner des Audi Urban Future Award 2010, Jürgen Mayer H. Architects

Jürgen Mayer H., Architekt und Gewinner des Audi Urban Future Award 2010, Jürgen Mayer H. Architects:

"Das Auto verwandelt sich von einer Fahrmaschine in eine Erlebnismaschine."

Alison Brooks, Architektin, Alison Brooks Architects

Alison Brooks, Architektin, Alison Brooks Architects:

"Carsharing-Plattformen können Strategien zur Verbesserung der privaten Mobilität bieten und Belastungen für urbane Flächen und Infrastruktur reduzieren. Netzwerke und Carsharing-Systeme können das überstrapazierte Nahverkehrssystem ergänzen, vor allem in den wachsenden Megacities dieser Welt."

Andreas Klok Pedersen, Architekt, Partner und Design Direktor BIG - Bjarke Ingels Group

Andreas Klok Pedersen, Architekt, Partner und Design Direktor BIG - Bjarke Ingels Group:

"Das fahrerlose Auto bedeutet: effizientere Raumnutzung, platzsparende Parklösungen, effizienterer Verkehrsfluss, die flexibelste Form von Verkehr. Effizienterer Verkehr und automatisiertes, intelligentes Parken holt die Autos schneller von der Straße und schenkt dem Fahrzeugbesitzer mehr Freiheit (?). Der nächste Paradigmenwechsel in der Verkehrstechnologie wird Autos hervorbringen, die mit der Stadt kompatibel sind, nicht mehr Städte, die mit Autos kompatibel sind."

Mit dem Summit hat der ergebnisoffene Dialog mit Mobilität in urbanen Lebensräumen Rückenwind bekommen. Das offene System "Stadt" hat durch die Experten aus verschiedenen Disziplinen eine Stimme erhalten. Diesem wichtigen Dialog hat sich Audi geöffnet und wird seine Kompetenzen weiterhin konsequent in die Diskussion einbringen. Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, zeigte sich beim Summit sehr zuversichtlich: "Wir alle, die heute hier sind, sind Knotenpunkte bei der Frage nach Mobilität in Städten der Zukunft: Wir haben die Mittel, etwas zu verändern. Wir haben die Überzeugung. Wir haben das Know-how. Wir alle wollen zukunftsfähig sein. Wir wollen unser Wissen teilen, vernetzen und dokumentieren." Und Stadler weiter: "Wir brauchen einen offenen, respektvollen und authentischen Dialog, wenn es um Mobilität der Zukunft geht"

Peter Schwarzenbauer, Vorstand für Marketing und Vertrieb der AUDI AG, resümierte im Anschluss an die Veranstaltung: "Die Herausforderungen der urbanen Mobilität von morgen kann niemand alleine lösen. Gelingen kann dies nur, wenn wir alle Beteiligten an einen Tisch bringen: Städtebauer, Energieversorger, Mobilitätsanbieter, die Politik - und natürlich die Menschen, die uns sagen, wie sie in der Stadt der Zukunft leben wollen."

Informationen zur Audi Urban Future Initiative und zum Summit 2011 finden Sie hier 

Bildrechte: Audi Urban Future Summit, © AUDI AG

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