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Trockenlegung des Mainzer Hauptbahnhofs

Der Mainzer Hauptbahnhof gehört zu den architektonischen Highlights der Landeshauptstadt. In hellem Flonheimer Sandstein errichtet, präsentiert sich der Bau im Stil der italienischen Neorenaissance mit barocken und klassizistischen Elementen.

130 Jahre nach der Fertigstellung des historischen Teils zeigte sich aber an diesem erheblicher Sanierungsbedarf. Seitlich eindringende und kapillar aufsteigende Feuchtigkeit setzen der Bausubstanz zu. Mitarbeiter entdeckten in mehreren Kellerräumen muffigen Geruch und Feuchteschäden. In den betroffenen Räumen sind technische Geräte und Heizungsanlagen untergebracht. Die Schadensanalyse zeigte auf, dass hier zwei Maßnahmen erforderlich sind: eine Außenabdichtung gegen die seitlich eindringende und eine Horizontalsperre mit Spezialparaffin gegen die kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.

Die Außenabdichtung wurde in einem mehrstufigen Verfahren auf einer Fläche von ca. 40 m2 aufgetragen. Hierfür kam ein wassersperrender und wasserabweisender Spezialputz zum Einsatz, der für eine optimale Haftung des eigentlichen Abdichtungsmaterials sorgt. Anschließend verwendete man ein zweikomponentiges Abdichtungssystem aus kunststoffmodifizierter ­Bitumendickbeschichtung (KMB). Dieses System wird zweilagig und mit einer vollflächigen Gewebeeinlage aufgetragen. Die beiden Lagen verbinden sich dann zu einer wasserundurchlässigen, flexiblen und rissüberbrückenden Abdichtung.

Zum Schutz der Außenabdichtung wurden nach der vollständigen Durchtrocknung Schutzplatten aus Polystyrol angebracht. Sie verhindern eine mechanische Beschädigung der Abdichtungsbeschichtung, wenn das Erdreich am Ende der Bauarbeiten um das Gebäude herum wieder aufgefüllt wird. Um den Kapillaraufstieg in Zukunft zu verhindern, wurde nun nachträglich die »Isotec-Horizontalsperre« im Bohrloch-Injektionsverfahren eingebracht. Dafür musste der betroffene 14 m lange Wandabschnitt zunächst vollständig getrocknet werden. Im Abstand von 10 bis 12 cm wurden Bohrlöcher in einem Winkel von ca. 20° in die etwas über 1 m dicken Sandsteinwände gebohrt.

Die Austrocknung durch die Heizstäbe befreite das gesamte Kapillarsystem im Injektionsbereich des Baustoffs von Feuchtigkeit. Anschließend wurden die Poren vollständig mit dem Isotec-Spezialparaffin gestopft. Das Isotec-­Paraffin ist frei von chemisch-flüchtigen ­Bestandteilen und deshalb gesundheitlich unbedenklich.

Weitere Informationen: Isotec Gmbh, Kürten

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2016
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