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Centro Botín, Santander, Fundación Botín

UFO im Paillettenkleid: Centro Botín in Santander

Die 1964 von dem Banker Marcelino Botín und seiner Gattin Carmen Yllera ins Leben gerufene »Fundación Botín« will das soziale und kulturelle Leben in der spanischen Provinz Kantabrien voranbringen. Sie unterstützt Bildungsprojekte ebenso wie die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum. In den letzten Jahren floss jedoch ein Großteil ihrer Mittel in einen Neubau, der jetzt im Juni 2017 an der Uferpromenade von Santander fertiggestellt wurde: Das Kunstmuseum »Centro Botín« nimmt ein Filetgrundstück der Stadt ein, das bei weitem nicht immer als solches erkennbar war. Früher diente der Bauplatz als Hafenanlage, später als riesiger Parkplatz. Erst im Zuge des Neubaus wurde der bestehende Stadtpark »Jardines de Pereda« hierhin ausgedehnt.

Das Neubauvorhaben war insofern zugleich ein Stadtentwicklungsprojekt, und fast ist dem Entwurf die Scheu der Architekten anzumerken, den eben erst freigeräumten Zugang zum Meer gleich mit einem relativ massiven Bauvolumen zu verstellen. Knapp 7000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche verteilen sich auf die beiden aufgeständerten Baukörper des Museums, die durch außen liegende Stahlstege miteinander verbunden sind. Beidseitig der zentralen Erschließungsspange sowie an der Land- und der Wasserseite sind die Volumina voll verglast. Auf der West- und der Ostseite hingegen sind Dach, Fassade und Unterboden einheitlich in 280000 runde, perlmuttfarbene Keramikfliesen gehüllt.

Der westliche, deutlich größere Gebäudeteil beherbergt auf zwei Ebenen Ausstellungsflächen. In seinem verglasten Erdgeschoss befinden sich das Restaurant, der Museumsshop und ein Wartebereich. Die obere Ausstellungsebene erhält Licht durch eine dreischalige verglaste Dachkonstruktion: Ganz außen streuen kleine, sandgestrahlte Glaslamellen die direkte Sonneneinstrahlung. Darunter fungiert eine Zweifach-Isolierverglasung als Klimahülle. Die innerste der drei Fassadenschichten besteht aus sensorgesteuerten Aluminiumlamellen, die den Tageslichteinfall feinjustieren und die Räume bei Bedarf komplett abdunkeln können.

Der östliche Baukörper enthält die Veranstaltungsräume und die Flächen der Museumspädagogik. Sein südliches, seeseitiges Ende ist einem Auditorium vorbehalten; der nördliche Teil beherbergt Mehrzweckräume. Das auffälligste Element der Freianlagen ist ein bläulicher Asphaltbelag, der auch ein neu angelegtes kleines Amphitheater auf der Westseite des Museums einschließt. Hier können abends zum Beispiel Filmvorführungen stattfinden. Das dafür notwendige große LED-Screen haben die Architekten an der Museumsfassade anbringen lassen.

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Weitere Informationen:

Projektmanagement, LEED-Beratung:
Bovis Project Management
Bauleitung: LVA Arquitectos
Landschaftsarchitektur: Fernando Caruncho
Tragwerksplanung: Dynamis, Arup, Typsa
TGA-Planung, Fassadenplanung: Arup, Typsa
Lichtplanung: artec 3 Studio, Arup
Kostenplanung: Gleeds, Typsa
Akustikberatung: Müller-BBM
Bauunternehmen: Ute Ohl/ASCAN

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