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Uni Weimar baut CO2-neutrales Kino

Zwar ist es „nur“ ein temporärer Pavillon – doch beim „Screenhaus.Solar“ der Universität Weimar dürfte es sich um das erste CO2-neutrale Kino Deutschlands handeln. Rund 25 Quadratmeter Photovoltaik-Module sollen so viel Energie liefern, wie der Bau und Betrieb des Pavillons benötigen.

Jürgen Ruth, Rainer Gumpp, Bauhaus-Universität, CO2-neutrale, Kino
Grafik: Bauhaus-Universität

Entwickelt wurde das „Screenhaus.Solar“ von einem Team um die Professoren Jürgen Ruth und Rainer Gumpp an der Bauhaus-Universität. Die Hülle des 13 Meter langen Bauwerks hat die Form eines Hyperboloids. Diese Form besitzt gerade für temporäre Bauten Vorteile, lässt sie sich doch trotz ihrer Krümmung aus geraden (und damit preisgünstig herzustellenden), stabförmigen Elementen herstellen.

Im Falle des „Screenhaus.Solar“ besteht das Tragwerk aus verschraubten Holzstreben, die eine belastbare Wabenstruktur ergeben. Als Gebäudehülle dient eine PVC-beschichtete Polyestermembran, deren Bahnen durch Hochleistungs-Klebeband miteinander verbunden werden. Zur Energiegewinnung werden an den Kreuzungspunkten des Tragwerks Membranen mit Dünnschicht-Solarzellen (Typ Biosol TF) aufgeschraubt, die von der Firma Centrosolar gespendet wurden. Insgesamt sind auf dem Kinodach 12,9 m2 Solarzellen mit einer Spitzenleistung von 420 Watt montiert, die vor allem die Nachmittagssonne nutzen. Auf einem Hügel neben dem „Screenhaus.Solar“ sind weitere 12,9 m2 PV-Module verlegt, die an den Sonnenverlauf angepasst werden können.

Jürgen Ruth, Rainer Gumpp, Bauhaus-Universität, CO2-neutrale, Kino
Grafik: Bauhaus-Universität

Nach einer Berechnung von Jürgen Ruth werden die Photovoltaik-Module täglich rund 5 kWh Strom liefern, der in das Netz eingespeist wird. Die Kinobetreiber rechnen mit einem täglichen Stromverbrauch von 3 kWh; mit dem erwirtschafteten Stromüberschuss soll die Energie kompensiert werden, die für Herstellung und Bau des Pavillons verbraucht wurde. Auch hier achteten die Entwerfer auf Sparsamkeit: Das Holz für den Bau des Pavillons stammt aus einem Aufwindkraftwerk, das Ruth und Gumpp 2008 auf dem Campus der Bauhaus-Universität errichtet hatten.

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