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Urban Emotions: Stresspunkte in der Stadt

Stresst uns die Stadt? Wo fühlen wir uns unsicher, wo entspannt? Wie bewegen wir uns im Stadtraum und warum? Die räumlichen und sozialen Strukturen einer Stadt wie Gebäude, Verkehrsinfrastruktur oder Parkanlagen, aber auch die Dynamik der menschlichen Aktivitäten und der zugrundeliegenden Prozesse, lösen unterschiedliche menschliche Reaktion und Empfindungen aus.

Um diese zu messen und zu analysieren, werden moderne Technologien wie Smartphonetracking, Humansensorik, Geodatenverarbeitung, Computerlinguistik, Crowdsourcing in sozialen Netzwerken oder Virtual Reality-Ansätze angewandt. Diese neue Informationsebene gibt Planern Aufschluss über die emotionale Raumwahrnehmung der Stadtnutzer und deren zu erwartendes Verhalten im urbanen Raum. Sensoren zeichnen die individuellen menschlichen Empfindungen von Probanden, die sich in der Stadt bewegen, anhand von Hautleitfähigkeit und -temperatur auf. Über GPS wird das jeweilige Stresslevel einem bestimmten Punkt in der Stadt zugewiesen. Dadurch können die neuralgischen Orte ermittelt werden, an denen eine (verkehrs-)planerische Intervention im Stadtraum nötig ist.

Gute Ergebnisse dieser kontextuellen Emotionsinformation von Urban Emotions wurden bereits für den Rad- und Fußgängerverkehr erzielt. In der Fallstudie EmoCyclingConcept wurde eine emotionale Stadtkartierung anhand eines Radparcours durch die Innenstadt von Worms durchgeführt, die diverse stressauslösende Hotspots identifizierte. Mittels Videoanalyse konnte zusätzlich die Art des Stressauslösers wie Straßenbelag, Kurvenführung, Knotenpunkte, Engstellen, Hindernisse und auch Gegenverkehr oder Passanten ermittelt werden. Die Wissenschaftler verstehen den psycho-physiologischen Ansatz als Unterstützung der traditionellen Planungsvorgänge, als ein Warnsystem, das Informationen über die Emotionen und damit verbundenen Aktivitäten des Menschen im dynamischen Gefüge von Mensch, Gebäude, Verkehr und Raum gibt.

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