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Vexierspiel mit Zeit und Materie – DAM Preis 2011 verliehen

Der DAM Preis für Architektur in Deutschland 2011 geht an Diener & Diener Architekten für die Rekonstruktion des Ostflügels des Museums für Naturkunde in Berlin und die Einrichtung der »Nass-Sammlung«.
 
Die Jury bestand aus Kuratoren, Architekten und Architekturkritikern unter Vorsitz von Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt am Main. Sie stimmte einstimmig für die sensible und handwerklich neuartige Rekonstruktion und die darin untergebrachte innovative öffentliche Schausammlung.
 
In der Jurybegründung heißt es, dass es Diener & Diener mit der Rekonstruktion gelungen sei, einen »neuen Klassiker für den Umgang mit dem Bestand zu schaffen, wie dies schon Hans Döllgast vor 54 Jahren mit dem Wiederaufbau der Alten Pinakothek in München gelang«. 

Museum für Naturkunde in Berlin, Rekonstruktion des Ostflügels
Museum für Naturkunde in Berlin, Rekonstruktion des Ostflügels von Diener & Diener Architekten, Foto: Christian Richters
Nass-Sammlung, eingerichtet von Diener & Diener Architekten
Nass-Sammlung, eingerichtet von <br>Diener & Diener Architekten, <br>Foto: Thomas Spier

Besonders mit dem Einsatz detaillierter Betonabgüsse der noch bestehenden Klinkerschichten  und deren präziser Verzahnung mit dem Bestand wurde aus dem Bau »ein Vexierspiel der Zeit und der Materie. In das Neue, welches das verlorene Alte ersetzt, wird die Spur des Alten gegossen. Es klingt wie ein Widerspruch, doch die Rekonstruktion wirkt auf radikale Weise subtil und auf subtile Weise radikal. Entstanden ist ein Bau, der den Eindruck von Geschlossenheit vermittelt, ohne seine historischen Wunden zu leugnen.«
 
Bauherr für die Rekonstruktion des Ostflügels war die Humboldt-Universität zu Berlin. Diener & Diener renovierten 2007 für das Naturkundemuseum auch schon den großen Sauriersaale und vier weiterer Ausstellungshallen. Diener & Diener hatten 2011 für ihre Rekonstruktion auch schon den Architekturpreis Beton erhalten.
 
Preisträger und weitere eingereichte Projekte sind vom 28. Januar bis 29. April 2012 in der dazugehörigen Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum zu sehen. Die Preisverleihung findet zur Eröffnung am Abend des 27.

DAM-Jahrbuch 2011/12
Das Gewinnerprojekt ist auch unter den 23 Bauten, die das Deutschen Architekturmuseum  in seinem Jahrbuch der Ausgabe 2011/12 präsentiert. Das Deutsche Architektur Jahrbuch gibt seit über 30 Jahren einen vielschichtigen Querschnitt zum aktuellen Architekturgeschehen in Deutschland und Bauten deutscher Architekturbüros im Ausland.

MRT Forschungsgebäude in Berlin
MRT Forschungsgebäude in Berlin, Foto: Werner Huthmacher
Schutzhütte Oberwiesenthal
Schutzhütte Oberwiesenthal, Foto: Hans-Christian Schink
Iller-Wasserkraftwerk in Kempten
Iller-Wasserkraftwerk in Kempten, ebenfalls mit dem Architekturpreis Beton 2011 ausgezeichnet, Foto: Brigida Gonzalez
Hybrid Highrise in Tiflis
Hybrid Highrise in Tiflis, Foto: Norbert Miguletz
Haus Schmuck in Frankfurt / Main
Haus Schmuck in Frankfurt / Main, Foto: Christoph Kraneburg

Das DAM-Jahrbuch 2011/12 ist im Prestel-Verlag erschienen (218 Seiten, Deutsch\Englisch, 243 farbige Abbildungen). Mit einem Vorwort der Herausgeber sowie einem Interview und einem Essay: Oliver G. Hamm im Gespräch mit Albert Speer zu »Bürgerprotest und Planungskultur« und Matthias Alexander über »Deutsch-Asiatische Kooperation: vom Export zum Re-Import. Franken Architekten in Vietnam«.

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