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Wie nachhaltig ist der Potsdamer Platz?

Über den städtebaulichen Sinn oder Unsinn des Quartiers am Potsdamer Platz in Berlin ist viel diskutiert worden. Allmählich jedoch hat sich Berlins teuerstes Pflaster zu einem integralen Bestandteil der Hauptstadt entwickelt – und ist jetzt mit dem DGNB-Nachhaltigkeitszertifikat in Silber ausgezeichnet worden.

Potsdamer Platz, Berlin

Der Postdamer Platz ist damit eines der ersten Stadtquartiere, das überhaupt diese Auszeichnung erhält. Der Grund: Sein Betreiber SEB Asset Management und die Drees & Sommer AG, die für das Facility Management verantwortlich zeichnet, hatten es zur Pilotphase des DGNB-Zertifikats für Stadtquartiere angemeldet. In dieser Phase war die Anwendbarkeit der DGNB-Kriterien auf größere Gebäudekomplexe zunächst an 12 exemplarischen Projekten getestet worden.

Entstanden ist die Bebauung am Potsdamer Platz zwischen 1991 und 1998. Das Quartier umfasst 19 Gebäude, 10 Straßen und zwei Plätze. Die insgesamt 550.000 qm Bruttogeschossfläche verteilen sich auf verschiedene Nutzungsarten – darunter Büro, Verwaltung, Einzelhandel, Wohnen, Hotel, Entertainment sowie Gastronomie.

Seit Dezember 2007 gehört das Areal der SEB Asset Management, einem Tochterunternehmen des schwedischen Bankkonzerns SEB. Mit dem General Management und dem Öko-Management für das Areal ist die Drees & Sommer AG aus Stuttgart beauftragt. Schon in der Planungsphase wurden die Weichen für einen umweltfreundlichen Gebäudebetrieb gelegt, als drei Prozent der Investitionssumme für das spätere Öko-Management abgezweigt wurden.

In der Bauphase wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um eine umweltfreundliche Versorgung sowie den schonenden Umgang mit Wasser und Boden sicherzustellen. Dazu zählt die Nutzung von Regenwasser für die Bewässerung der Außenanlagen und für die Toilettenspülungen einzelner Gebäude. Auch auf energiezehrende Klimaanlagen wurde verzichtet – stattdessen werden die Gebäude über ein Fassadenlüftungssystem natürlich belüftet. Der Ver- und Entsorgungsverkehr erfolgt komplett unterirdisch, eine Dehydrierungsanlage für Nassabfälle reduziert die Abfalltransporte deutlich.

Das DGNB-System für Stadtquartiere
Insgesamt haben 12 Projekte an der Pilotphase der DGNB für Stadtquartiere teilgenommen. Die ersten Zertifikate wurden nun im Rahmen der Messe Expo Real in München Anfang November verliehen.

„Im Zentrum der zertifizierten Stadtquartiere steht häufig die Nachnutzung bereits bestehender Flächen“, erläutert Prof. Werner Sobek, Vizepräsident der DGNB. „Wenn zudem Altmaterialien Verwendung finden und die Regenwassernutzung in das Konzept intelligent einbezogen wird, trägt das erheblich zur Ressourcenschonung bei“, so Sobek. Die Kombination von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen sowie die gute Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr helfen die Wege kurz zu halten und so Energie und Ressourcen einzusparen. Fast alle Projekte haben in der Planungsphase auf eine aktive Bürgerbeteiligung gesetzt, ein Kriterium, das in der DGNB Zertifizierung für Stadtquartiere bewertet wird.

Mit dem neuen Nutzungsprofil rücken insbesondere die Qualität des Raumes "zwischen" den Gebäuden sowie die städtebauliche Struktur in den Fokus. In einer Rund-um-Sicht erfasst das neue Nutzungsprofil alle relevanten Themen: von Maßnahmen zum Gewässer- und Bodenschutz und Ressourcen schonender Infrastruktur über Wertstabilität und Flächeneffizienz bis hin zu Freiflächenangeboten, Lärm- und Schallschutz sowie effizienter Abfallwirtschaft. Wie beim Bewertungssystem für Gebäude wird auch bei Quartieren eine Ökobilanz durchgeführt.

Am 21. November 2011 findet in der Geschäftsstelle der DGNB in Stuttgart eine Informationsveranstaltung „Das DGNB Zertifikat für gemischte Stadtquartiere“ statt, in der das Nutzungsprofil, dessen Weiterentwicklung, Anforderungen und Vorteile detailliert vorgestellt werden.



Zur Website der DGNB

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