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House in Meerkerk, Ruud Visser Architecten - Foto: René de Wit

Willkommen in der Gemeinschaft: Wohnhaus in Meerkerk

Im kleinen Ort Meerkerk mitten in den Niederlanden reihen sich die Wohnhäuser in der historischen Tolstraat akkurat auf. Erbaut wurden sie größtenteils im frühen 19. Jahrhundert; zusammen bilden sie ein kompaktes Volumen. Neben dieser Akkuratesse in der Setzung ist aber auch ein gewisses Chaos Gestalt gebend für den Straßenzug. Kleinteilige Elemente wie Anbauten, kleine Scheunen, Dachaufbauten und prominente Faszien prägen das Bild.

Für die Architektinnen warf das Projekt vor allem die Frage auf, wie sich ein neues, zeitgenössisches Wohnhaus in diese gewachsene Bebauung einbinden lässt. Sie entschlossen sich dazu, die Heterogenität  der vorgefundenen Situation in ihren Entwurf zu integrieren.

Die größte Überraschung folgt allerdings auf der Rückseite der Häuserreihe: Dort ergeben sich weitläufige Ausblicke auf ein über 700 Jahre altes Wasserreservoir. Wo früher Windmühlen über Pumpen das Wasser in Kanäle umverteilt haben, befindet sich heute ein Naturschutzgebiet. Für die Bauherren war die Blickbeziehung in diese Richtung besonders wichtig, weswegen das Haus an der Rückseite komplett verglast ist.

In Anlehnung an die Materialität der Nachbargebäude zeigt eine Ziegelfassade zur Straße und die Seitenwand ist weiß verputzt. Was von vorne wie ein nachträglicher Eingriff aussieht, ist tatsächlich das zweite Obergeschoss des Wohnhauses. Der asymmetrische Dachaufbau wird zur Hommage an die vielfältigen Umgestaltungen der Nachbarhäuser und ist ebenfalls mit Schiefer gedeckt.

Der Haupteingang von der Straßenseite führt durch den Eingangsbereich in den zentralen Erschließungskern, bestehend aus einer Kombination aus Spindeltreppe und Aufzug. Alternativ dazu führt ein seitlicher Eingang direkt in den Fahrradraum. Im ersten Obergeschoss können die Bauherren fortan mit Blick in die Landschaft kochen. Gegenüber, also wieder zur Straße orientiert befindet sich das Wohnzimmer. Durch den Rücksprung des vermeintlichen Dachaufbaus bleibt im zweiten Obergeschoss gerade Platz für das Schlafzimmer und ein Bad.

Durch seine Gestaltung versucht der Entwurf von Ruud Visser Architecten nicht, sich von der Umgebung abzuheben, sondern schließt sich vielmehr der bestehenden Dorfgemeinschaft an.

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