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Wohnen im Alter - Architektur-Gesellschaft die SECHSTE

Bei der sechsten Ausgabe des Talks „Architektur-Gesellschaft“ diskutierten rund zwanzig Architekten zum Thema „Wohnen im Alter“. Wohnformen, die es erlauben, länger nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu leben, sind heute mehr denn je gefragt. Referentin und „Ehrengast“ Stefanie Eberding von (se)arch Architekten aus Stuttgart präsentierte zusammen mit Ihrem Mann Stephan Eberding ihre Projekte aus dem Bereich Pflege- und Seniorenheime.

Frau und Herr Eberding bei der Architektur-Gesellschaft

Das Seniorenzentrum Gustav Werner Stift außerhalb der Stadtmauern Ravensburgs ist ein Haus für Alte und Demenzkranke. Zentraler Bereich der Anlage ist ein helles Atrium, das durch eine Glasdecke natürliches Licht in die Räumlichkeiten lässt. Im Erdgeschoss befinden sich Cafe, Pflegedienst und Wohnbereich der Demenzkranken. Wichtig war es Bauherren und Architekten, die Kranken nicht abzuschotten, sondern am gemeinschaftlichen Leben in der Anlage teilhaben zu lassen. Die Patienten haben zwar kleine Zimmer, die jedoch genug Raum für eigenes Mobiliar und gelegentliche Besucher bieten.

Eine große Rolle bei der Gestaltung der Räume spielen zudem kräftige Farben: Ältere Menschen erkennen Pastellfarben nicht mehr so gut und fühlen sich mit kräftigeren Farben wohler.

Seniorenzentrum Gustav Werner Stift; Foto: Wolfram Janzer

Da die Zimmer der Anlage eher klein gehalten sind (19,5 Quadratmeter inklusive Nasszellen), spielen die Gemeinschaftsbereiche eine umso größere Rolle: Für eine angenehme Wohnsituation werden zwölf Personen zu einer Gruppe zusammengefasst, die sich Aufenthaltsräume und Küchen teilen. Diese Gruppengröße kommt auch dem Pflegepersonal entgegen.

Als weiteres Beispiel wurde die Villa Seckendorff vorgestellt, die nach den Prinzipien des Universal Design konzipiert wurde. Menschen mit verschiedenen Einschränkungen finden hier ein ideales Wohnumfeld vor. Im Prinzip handelt es sich um ein Mehrgenerationenhaus. So befindet sich auch ein Kindergarten auf dem Gelände. „Um Senioren ein Heim attraktiv zu machen, muss es junge Menschen ansprechen,“ brachte es Stephan Eberding auf den Punkt.

Villa Seckendorf; Foto: Zooey Braun

Auch die Frage „Wie werden wir im Alter wohnen?“ wurde heftig diskutiert – und zwar gerade gerade nicht nur in Bezug auf Altersheime, sondern vor allem im Hinblick auf ganz normale Wohnbauvorhaben – von Mehrfamilien- bis zum Einfamilienhaus. Viele junge Bauherren scheint es zunächst nicht zu interessieren, wie ein Haus schon von Anfang an altersgerecht gebaut werden kann. Die immer kürzeren Verwertungszyklen von Immobilien sowie flexiblere Lebensformen beschränken den Planungshorizont privater Bauherren oft auf einen Zeitraum weniger Jahre. Dabei sind die Kosten für die Versorgung im Alter ein weiterer Punkt, der gerne ausgeblendet wird: Werden wir es uns überhaupt leisten können, in eine Altersresidenz zu ziehen? Eine Alternative böten die populärer werdenden Sernioren-WGs, die auf gegenseitige Unterstützung setzen, und im Fall des Pflegefalls auf ambulante Hilfsdienste. (cv)

Architekturgesellschaft die SECHSTE

Die Architektur-Gesellschaft – eine Veranstaltungsreihe von DETAIL – beschäftigt sich mit den Wechselbeziehungen von Architektur und Gesellschaft. Jeden Monat treffen sich 20 Architekten aus diversen Fachbereichen bei Boffi in München und diskutieren gemeinsam ein aktuelles Thema.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, senden Sie eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an projektedo not copy and be happy@detaildot or no dot.de.

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