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Xella Finissage, Andreas Krüger modulor GmbH

Xella Finissage: Zukunft Stadt von Mensch zu Mensch

Zukunft Stadt – von Mensch zu Mensch. Dies stand im Mittelpunkt der Xella Finissage „Zurück in die Stadt“, die gestern Abend am 15. Januar 2009, im Grünen Saal des Bauzentrum München stattfand.

Xella und DETAIL luden im Rahmen der BAU 2009 zur Filmvorführung über das Projekt „Zurück in die Stadt“ und abschließender Podiumsdiskussion zum Thema „Urbanes Klima“ ein. Andreas Krüger von Modulor stellte bei dieser Gelegenheit das geplante Kreativ-Kaufhauses am Moritzplatz Berlin vor. Die Finissage bildet den Abschluß zur Roadshow des Realisierungswettbewerbs „Zurück in die Stadt“, den Xella ausgelobt hatte. Als Preisträger gingen frank& friker Architekten mit ihrem Entwurf „das Dach als fünfte Fassade“ hervor. Aber warum hat Xella einen solchen Wettbewerb überhaupt ausgelobt?

„Als Marktführer auf dem Gebiet des Porenbetons möchten wir bei der urbanen Entwicklung mitreden, Verantwortung übernehmen und über die Megatrends bescheid wissen.“, erklärt Dr. Brinkmann, Marketingleiter von Xella Deutschland in seiner Begrüßung.

Die Umsetzung des Preisträgerprojektes von Tina Frank und Jochen Friker wird auf dem Dach des geplanten Kreativ-Kaufhauses der modulor GmbH unter der Zusammenarbeit mit Xella bereits in diesem Jahr möglich. Andreas Krüger, der Geschäftsführer der modulor GmbH stellte das ambitionierte Projekt in aller Kürze, aber mit umso mehr Herzblut vor.

So wird?s gemacht: Das ehemalige Bechstein-Gebäude am sehr zentral gelegenen, aber derzeit noch wenig aufregenden Berliner Moritzplatz, wird zum Kreativ-Kaufhaus. Die zu gestaltende Dachfläche ist in zwei Bereiche gegliedert und etwa 3000 Quadratmeter groß. Genug Fläche also, um die Vision der „fünften Fassade“ von frank&friker Architekten umzusetzen.

Letztlich sollen sich in diesem so genannten Kreativ-Kaufhaus auf insgesamt 18000 Quadratmetern Läden, Projekte und Firmen zusammenfinden. Sie sollen sich ergänzen und durch ihre Zusammenarbeit, aber auch durch den Einfluss von Kunst und Kultur das Potential für Innovationen haben. „Von Mensch zu Mensch“ steht als Devise an vorderster Stelle. Denn, so Andreas Krüger: „Es sprechen ja auch nicht Xella und modulor, sondern immer Brinkmann und Krüger miteinander“.

In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Urbanes Klima“, moderiert durch Professor Dr. Nassehi, war man sich in der Hauptsache einig: Das urbane Klima bestimmen zu vorderst nicht Bauherren, Architekten und Marktführer, sondern die Menschen in der Stadt. Und eine Stadt erhält durch die Vielfältigkeit ihrer Kultur und der Koexistenz verschiedenster Lebensentwürfe ihrer Bewohner ein Gesicht.

Auch Frau Dr. Elisabeth Merk stellte das Individuum in den Mittelpunkt. Die Stadtbaurätin der Stadt München lebte bereits in Florenz, Stuttgart und München. Sie erzählte von ihren Erfahrungen in diesen Städten und stellte fest, dass es immer das Subjekt ist, das wahrnimmt und teilnimmt und das Urbane Klima verändert und bestimmt.

Eine These, der sich auch Dieter Koppe vom deutschen Werkbund Bayern und Michael Ziller von zillerplus Architekten und Stadtplaner in München anschlossen. Sie betonten zudem, dass der neue Städtische Lebensraum auf dem Dach nicht für jeden Menschen gedacht sein kann. Der soziale Wohnungsbau wird immer häufiger in Siedlungen an den Rand der Städte gedrängt und die Entwürfe zur Erweiterung der Stadt im Dachbereich sind für eine mittlere und untere Schicht finanziell schlichtweg nicht tragbar.

In jüngster Zeit ist also von einer „urbanen Qualität“ und von einer „Renaissance der Städte“ die Rede. Es verbindet sich damit die Hoffnung auf eine Neubewertung von Urbanität und auf die Belebung der Innenstädte. Die Wiedergeburt städtischer Wohn- und Lebenskultur ist gefordert. Die Erweiterung der städtischen Wohn- und Lebensräume auf dem Dach jedoch scheint nur einer bestimmten Klientel vorbehalten.

Die Xella Finissage „Zurück in die Stadt“ bot alles in allem Inspiration für zukünftige Planungen und Denkanstöße zur Entwicklung der Städte für jeden einzelnen. Das Motto müsste nun nicht „Zurück in die Stadt“, sondern „Zukunft Stadt – von Mensch zu Mensch“ heißen.

Abstand

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