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Foto: Ludmilla Cerveny

Zwischen normal und eigenartig: Einfamilienhaus in Pulnoy

Der Bau stand unter keinem einfachen Stern, hatte man doch im Zuge der Planung gleich mit mehreren Hindernissen zu kämpfen. Zum einen blieb vom eigentlichen Budget für den Hausbau, dezimiert durch den Grundstückskauf, wenig übrig, zum anderen schränkten diverse Reglements in der Raumordnung die Entwurfsfindung ein. Entstanden ist ein Bau, der sich respektvoll in die Umgebung eingliedert. Formal den Nachbargebäuden angepasst, hebt er sich in Geometrie und Ausführung doch deutlich von ihnen ab.

Zur Straße hin, also in östlicher Richtung, verhält sich das Haus unauffällig: Das übliche ziegeleingedeckte Satteldach in Kombination mit einer weißen Putzfassade fügt sich dezent in die Siedlungsstruktur ein. Fenster gibt es an dieser Seite keine, dafür fällt eine mittige Regenrinne auf. Am rechten Eck springt der Baukörper zurück und schafft dadurch eine geschützte Atmosphäre zum Ankommen.

Neben dem Eingang findet man hier auch ein Garagentor. Die daran anschließende Nordfassade und der Raum, der sich hinter ihr befindet, bilden den unkonventionelleren Teil des Hauses. Nach außen hin artikuliert sich das durch eine Materialänderung. Von schlichtem Putz hin zu weiß-opakem, vertikal geriffeltem Polycarbonat, das man von Gewächshäusern kennt. Nachts, bei künstlicher Beleuchtung, fungiert dieser Bereich als diffuses Leuchtmittel für seine Umgebung. Dann kann man die, nach innen unverkleideten, konstruktiven Holzelemente von außen deutlich ablesen. Auch das Satteldach weist im transluzenten Gebäudeteil eine Besonderheit auf: Es fällt zum Nordwesteck schräg ab, ganz so, als hätte man ein Stück abgeschnitten. An der Westseite gibt es großzügige Glasflächen mit Austritt auf die davorliegende Terrasse und den kleinen Garten. Die Tiefe des Bauplatzes nutzt man mittels langer Südfassade optimal aus. Dort lassen sich die einzelnen Fenster im Untergeschoss durch verschiebbare Wandelemente nahezu komplett verstecken. Sowohl die westliche, als auch die südliche Außenhülle weisen dieselbe geriffelte Optik wie die Nordfassade auf - allerdings ganz in Weiß.

Das Raumprogramm des zweigeschossigen Hauses ist denkbar einfach: Im Erdgeschoss befinden sich neben einem Schlafbereich mit anschließendem Bad auch die Küche und das Wohnzimmer, mit Ausblick ins Grüne. Helle Materialien, kombiniert mit Holz, verleihen den Räumen einen gemütlichen Charakter. Sperrholzplatten dominieren im ersten Stock das Bild. Es gibt zwei Räume und ein Badezimmer. Zur rechten Seite der Treppe und des Flurs sieht man durch die freiliegenden Träger der Decke in den Wohnbereich hinunter, wodurch ein luftiges Ambiente entsteht.Der lichtdurchgängige Gebäudeteil, die Scheune, dient als Garage und Abstellfläche, mit der Option, diese später einmal auszubauen und das Haus dahingehend zu erweitern.

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