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100 Jahre Unabhängigkeit: Denkmal in Albanien eingeweiht

100 Jahre Unabhängigkeit: Denkmal in Albanien eingeweihtAm 28. November 2012 feierte das albanische Volk die 100-jährige Unabhängigkeit vom osmanischen Reich und damit das Jubiläum seiner Staatsgründung. Zu diesem Anlass wurde in der Hauptstadt Tirana ein Denkmal errichtet und anlässlich der Feierlichkeiten offiziell eingeweiht.

Bei dem Entwurf des zweiteiligen offenen Baukörpers ließen sich die beiden Münchner Architekten Visar Obrija und Kai Roman Kiklas von der traditionellen Bauweise eines albanischen Wohn- und Wehrturms, eines Kullas, inspirieren. Das Denkmal in Form eines aufgebrochenen Quaders vereint symbolhaft kulturelle Merkmale mit geschichtlichen Elementen, wie dem albanischen Doppeladler oder einer überdimensionalen Gravur der Unabhängigkeitserklärung.

Der eigentliche Schauplatz der Unabhängigkeitserklärung und zentraler Ort des Gedenkens ist die südalbanische Stadt Vlora, wo bereits eine heroische Skulptur das historische Ereignis repräsentiert. In der Hauptstadt Tirana hingegen symbolisiert nun ein weitaus abstrakteres Gebilde den Jahrestag und soll als Geburtstagsgeschenk zur Feier dienen.

Bei dem Entwurf von Kai Roman Kiklas und Visar Obrija handelt es sich um eine Stahlkonstruktion aus zwei Teilen, die einen in der Mitte durchbrochenen Raum darstellen. Eine der beiden Wandformationen trägt eine vergrößerte Replik der handgeschriebenen Unabhängigkeitserklärung. Dieser Bauteil wird von einer Decke gesäumt und soll aufgrund seiner Verschlossenheit die Unterdrückung symbolisieren.

Der zweite Baukörper scheint aus dem gegenüberliegenden herauszubrechen und sich symbolisch zu öffnen. Er verfügt über eine Bodenplatte, die das Fundament der Freiheit darstellen soll. Darüber wacht an der zugehörigen Wandinnenfläche das nationale Wappentier, ein doppelköpfiger Adler. Durch die versetzte Positionierung der beiden Baukörper ist eine Begehung durch die Mitte möglich.

In der Gestaltung der Innen- und Außenverkleidung orientierten sich die Architekten ebenfalls am traditionellen Vorbild. Die Mauern der Wehrtürme waren innen glatt, zugänglich für die schutzsuchenden Menschen, außen jedoch grob, als Abwehr gegen die Feinde.

Dies übersetzten Kiklas und Obrija mit einem unterschiedlich verkleideten Stahlgerüst. Die Innenseite trägt glatt abschließende Messingplatten, während außen 3280 Bronzepyramiden das insgesamt 16 Tonnen schwere Monument verhüllen. Die Fassade erhält damit ein Relief mit zusätzlicher Fläche für Lichtreflexionen, so dass optisch ein Rautenmuster aus Licht und Schatten entsteht. „Der Entwurf verkörpert wehrhafte Leichtigkeit,“ erklärt der Architekt Visar Obrija. Für den gebürtigen Kosovo-Albaner, der in Deutschland aufgewachsen ist, hat das Projekt in Tirana auch eine persönliche Komponente.

Die Münchner nahmen Anfang des Jahres an einem internationalen Wettbewerb teil, der von der albanischen Regierung und Nationalgalerie für Kunst ausgelobt wurde. Unter 66 Wettbewerbsbeiträgen aus Albanien, Deutschland, Italien, Mexiko, Island, Kanada und Spanien überzeugte Obrijas und Kiklas’ Entwurf sowohl die 9-köpfige, international besetzte Jury, als auch die Öffentlichkeit, die über Online-Voting an der Entscheidung beteiligt wurde.

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