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Alexander Brodsky, 101st km – Further and Everywhere, London, Yuri Palmin

101 km in London: Installation von Alexander Brodsky

Der Pavillon entstand anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Oktoberrevolution in Russland. Pushkin-Haus, ein unabhängiges russisches Kulturzentrum in London und der Kurator Markus Lähteenmäki luden den Architekten und Künstler Alexander Brodsky ein, der für seine poetischen Bauten und Installationen inzwischen weltweit bekannt ist. Im Inneren des einfachen Baus werden Gedichte von 20 russischen Dichtern (darunter Marina Tsvetaeva, Ossip Mandelshtam und Joseph Brodsky), die alle ins Exil getrieben wurden, ausgestellt. 

Die Bezeichnung »101 Kilometer« ist mehr als nur eine Zahl. Es ist ein inoffizieller Begriff aus den 1930er-Jahren. In dieser Zeit wurde den Familienmitgliedern der politischen Gefangenen strengstens untersagt, sich in Großstädten niederzulassen. Der Verbot bezog sich auf eine 100 Kilometer-Zone, die namensgebend für den Ausdruck wurde. 

Der einfache Bau mit einer Fassade aus Dachpappe, der einem alten Eisenbahnwagen oder auch einer Baracke ähnelt, besitzt keine Eingangstür. Um ins Innere des Pavillons zu gelangen, müssen sich die Besucher bücken; eine Geste, die den gewaltigen Akt der Ausgrenzung und Exklusion symbolisiert. Im Inneren des Pavillons wird auf die Stirnseite ein Eisenbahnschienen-Video projiziert – ein weiteres Symbol für all die Vertriebenen, die einen langen Weg nach »überallhin« antreten.  

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