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Baden in der Brauerei - das neue Thermalbad Zürich von Althammer Hochuli Architekten

Keine Sorge, in Zürich wird es auch weiter Bier geben - auch wenn die alte Brauerei jetzt in ein hochkomfortables Thermalbad umgewandelt wurde. Dass Zürich als Seestadt kein eigenes Thermalbad besaß hat nichts damit zu tun, dass es keine Thermalquellen hätte sondern dass im Zusammenhang mit der Reformation Zwingli das Thermalbaden aus Anstandsgründen abgelehnt hat. Somit war bisher immer der Ort Baden die eigentliche Badestube der Zürcher Bevölkerung, was mitunter auch der Grund für den Bau der ersten Eisenbahn in der Schweiz war – der „Spanisch Brötli Bahn“. Schon damals gehörte es in der wohlhabenden Kreisen zum guten Ton, dass man Baden ging und man sich dies etwas kosten ließ. Mittlerweile ist das Baden schon lange nicht mehr nur einer ausgewählten Schicht vorbehalten.

Unter diesem Aspekt ist der Bau eines Thermalbads in der bevölkerungsreichsten Stadt der Schweiz mit dem größten Durchschnittseinkommen und einer gesundheits- und/oder körperbewussten Einstellung eines Großteils der Bevölkerung zweifelsohne aktuell und nachhaltig.

Die Anlage lebt dabei vor allem durch die einmalige Architektur, durch die unnachahmliche Gebäudestruktur, einerseits mit den archaischen Tonnengewölben der ehemaligen Brauerei Hürlimann, welche jeden Gast in eine andere Welt versetzten und durch die authentische Kraft und die Einmaligkeit dieses Ortes Entspannung in ihrer reinsten Form zelebrieren.

Als Kontrapunkt dazu erlebt der Gast nach den mystischen, introvertierten Räumen der Unterwelt die einmalige Rundumsicht zuoberst auf dem Sudhaus im Dachbad als krönenden Abschluss im wahrsten Sinne des Wortes. Analog dem Gebäude verschmilzt die Innenarchitektur mit der Architektur zu einem harmonischen Ganzen was die Kraft und Einmaligkeit der Anlage zusätzlich unterstützt.

So werden die Becken im Thermalbad-Bereich analog den Fässern der ehemaligen Brauerei aus Holz gefertigt – die Gäste baden in einem riesigen Holzbottich von ca. 220 m2 und die alten riesigen Tonnengewölbe werden in allen Zonen auf die ursprüngliche Kalksandsteinstruktur zurückgebaut und als Sichtmauerwerk gezeigt. Verstärkt wird dieses archaische Bild durch eine Beleuchtung welche die Gewölbe von unten erleuchtet und die Steinstruktur zum Leben bringt sowie Leuchten in den Becken, welche das Flirren des Wassers zusätzlich an die Gewölbe projektieren.

Inszeniert wurde das neue Thermalbad von Althammer Hochuli Architekten, Zürich (Architektur), und Ushi Tamborriello, Baden (Innenarchitektur).

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