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Porous City, Konferenz TUM, Sophie Wolfrum, Matthias Kestel

Porous City: Konferenz und Publikation

Sophie Wolfrum studierte Regionalplanung in Dortmund, gründete im Jahr 1989 zusammen mit Alban Janson das Büro für Architektur und Stadtplanung und lehrte zwischen 2003 und 2018 an der Technischen Universität in München. Die Professorin für Städtebau und Regionalplanung verabschiedete sich nun in den Ruhestand mit einer Konferenz und Publikation mit dem Titel »Porous City«. 

Der Name ist Programm: Der Begriff geht zurück auf einen Text von Walter Benjamin und Asja Lacis, in dem sie das vormoderne Neapel in einer atmosphärisch dichten Beschreibung wieder aufleben lassen. Porosität ist für Benjamin und Lacis eine Metapher für Mehrdeutigkeiten, für Schwellen und Durchdringungen. In der Konferenz wurde der literarische Begriff in Bezug auf seine Aktualität im urbanen Diskurs untersucht. 

In der zweitägigen Konferenz präsentierten ausgewählte Podiumsgäste ihre Beiträge. Die fünf Konferenzpanels stellen dabei lediglich einen Ausschnitt aus der Publikation dar. Die Teilnehmer diskutieren den Begriff Porosität und gehen der Frage nach möglichen Handlungsspielräumen und Strategien nach.  Architekten und Stadtplaner, Kuratoren und Aktivisten setzen sich mit der Problematik des Porösen auseinander. 

Offen blieb, ob der urbane Begriff als eine Naturmetapher interpretiert werden kann, oder ob die Porosität heute eher als ein politischer Begriff verstanden werden soll: zum Beispiel im Sinne einer kollektiven »Stadtbesetzung«. Schorsch Kamerun, der Sänger der Hamburger Punkband Die Goldenen Zitronen, Autor und Stadtaktivist stellte allerdings die Janusköpfigkeit der Partizipationsprozesse in den Vordergrund: Die ehemalige Hamburger Protestbewegung gehört heute zu den »Top-Gentrifizierern« von St. Pauli. 

In ihrem Abschlussvortrag bilanzierte Sophie Wolfrum ihre Lehre: Zu Hauptkompetenzen der Architektur und Stadtplanung muss eine performative Auffassung gehören. Mit den Worten von Walter Benjamin: »Sich in der Stadt nicht zurechtfinden heißt nicht viel. In einer Stadt sich aber zu verirren, wie man in einem Walde sich verirrt, braucht Schulung.«

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