02.01.2007

Belebung des Wohnungsneubaus nur vorübergehend - Private Bausparkassen erwarten erst 2008 Umschwung


Die Ende 2005 wegen der Abschaffung der Eigenheimzulage und der Kürzung der erhöhten Abschreibungen für Mietwohnungen aufgetretenen Vorzieheffekte haben sich zu einem erheblichen Teil in der konjunkturellen Entwicklung des Wohnungsneubaus in diesem Jahr positiv niedergeschlagen.

Nach aktuellen Hochrechnungen des Verbandes der Privaten Bausparkassen dürften 2006 der Bau von insgesamt 250.000 Wohnungen genehmigt und 245.000 Wohnungen fertiggestellt worden sein. Gegenüber den 240.000 Genehmigungen im Jahr 2005 würde dies ein Plus von 4,2 Prozent und gegenüber den 239.000 Fertigstellungen ein Plus von 2,5 Prozent bedeuten.

Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes: „Die Eigenheimzulage hat vor ihrer Abschaffung am 1. Januar 2006 also noch einmal für eine positive Entwicklung gesorgt und damit erneut belegt, dass sie entgegen den Behauptungen mancher Kritiker sehr wohl ein effizientes Instrument der Eigentumsförderung gewesen ist. Der Eigenheimbau in Form von Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen macht inzwischen 75 Prozent des gesamten Wohnungsneubaus aus.“

Nach Angaben des Verbandes seien viele Bauanträge aus 2005 erst in diesem Jahr bearbeitet und in die Statistik eingegangen. So seien die Baugenehmigungen bis einschließlich Mai sehr stark um 17,8 Prozent angestiegen. Seitdem seien sie aber wieder um 3,2 Prozent rückläufig. Da die Fertigstellungen den Genehmigungen mit einem Timelag von etwa einem Jahr folgten, sei hier die umgekehrte Entwicklung festzustellen: Im ersten Halbjahr sei die Zahl der fertiggestellten Wohnungen um 19,9 Prozent gesunken; seit Juli würden die Fertigstellungen wieder deutlich zunehmen (+28,4 Prozent).

Von den voraussichtlich 250.000 genehmigten Wohnungen im Jahre 2006 entfielen 215.000 auf Westdeutschland (+3,9 Prozent) und 35.000 auf Ostdeutschland (+6,1 Prozent). Die fertiggestellten Wohnungen verteilten sich zu 210.000 auf Westdeutschland (+3,4 Prozent) und 35.000 auf Ostdeutschland (-2,8 Prozent).

Zehnder: „Ohne diese Vorzieheffekte hätte sich die Abwärtsentwicklung in diesem Jahr in Richtung von nur noch 200.000 Einheiten weiter fortgesetzt. Es ist zu befürchten, dass nach der Stimulierung der Bautätigkeit 2006 im nächsten Jahr wieder ein merklicher Rückgang einsetzt.“

Erst mittelfristig 2007/2008 sei nach Ansicht des Verbandes wieder mit einer nachhaltigen Belebung der Wohnungsbautätigkeit zu rechnen. Weiterhin niedrige Kapitalmarktzinsen und weitgehende Preiskonstanz bildeten eine günstige Kon-stellation insbesondere zum Erwerb von Wohneigentum. So hätte sich z. B. auch die Preis-Einkommens-Relation, also das Verhältnis des Durchschnittspreises eines Einfamilienhauses zu dem durchschnittlichen Jahreseinkommen, in den letzten Jahren erheblich verbessert: Mußten 1982 noch fast zehn (Brutto-) Jahresverdienste zum Erwerb eines Einfamilienhauses aufgewandt werden, so seien es derzeit weniger als acht Jahreseinkommen. Wenn die deutsche Wirtschaft auch im nächsten Jahr deutlich wachse, die Realeinkommen zunähmen und zugleich die merkliche Entspannung am Arbeitsmarkt anhalte, könne es auch wieder zu einer fundierten Aufwärtsentwicklung der Wohnungsbaukonjunktur kommen.

„Vor allem brauchen wir baldmöglichst Klarheit hinsichtlich einer vernünftigen und verständlichen Einbeziehung des selbstgenutzten Wohneigentums in die geförderte Altersvorsorge“, so der Verbandsvorsitzende abschließend.

Verband der Privaten Bausparkassen e.V.
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