29.09.2010

Membranes, Surfaces, Boundaries

Auf den ersten Blick sind Oberflächen Grenzen. Doch schon die Naturphilosophen der Antike hatten ein Bewusstsein für die Hintergründigkeit dieser Wahrnehmung. Materie sei keineswegs ein Kontinuum, sondern bestehe aus kleinen, letzten Bausteinen, die unteilbar sind. Um diese Thematik dreht sich die Aedes Ausstellung „ Membranes, Surfaces, Boundaries“ die ab dem 8.Oktober in Berlin zu sehen ist.

Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von Heike Klussmann / Künstlerin, Thorsten Klooster / Architekt, Susanna Hertrich / Designerin und Künstlerin und Clemens Winkler / Designer. In Projekten und Experimenten zeigen sie Wechselwirkungen theoretischer wie materieller Manifestationen von Membranen, Oberflächen und Grenzen und deren Vermittlungsbewegungen zwischen Alltagsgegenstand, Technologie und ästhetischer Produktion. Heterogene wissenschaftliche und künstlerische Praktiken und Konzepte treffen aufeinander, um über ihre Differenzen neue Modi des Verstehens und sinnlichen Erfahrens zu schaffen.

Die Konzepte von Membran, Oberfläche und Grenze sind in der technischen Forschung, in den Geisteswissenschaften wie in den Künsten gleichermaßen bedeutend und erschließen wichtige, jedoch disparate Inhalte. Aufgrund dieser Vielschichtigkeit sind sie besonders geeignet, ein wichtiges Spektrum aktueller wie historischer Entwicklungen verschiedener Disziplinen auf eine neuartige Weise zusammenzuführen. Ob sicht- und nutzbar im Alltagsgebrauch oder dem Blick entzogen wie in den Bereichen der nanotechnologischen Materialforschung, auf der Ebene biotechnologischer und chemischer Prozesse bedingen Grenzen lebensweltliche Realität. Sie definieren und katalysieren die Prozesse des Lebens, etwa als zelluläre Membranen, in Form der Haut oder des Immunsystems oder als ökologischer Lebensraum. Phänomene an materiellen Grenzen spielen eine Rolle in den angewandten Naturwissenschaften, etwa in der chemischen Verfahrenstechnik (Katalyse, Filtration, Elektrophorese), und stellen so auch eine Verbindung zur Produktion von Kunst dar. Diese zeigt sich in den materialen Erscheinungsformen der Oberfläche, in ihren medialen Repräsentationen in Fotografie, Film und digitalen Bildmedien, aber auch in Indifferenzerfahrungen wie Duchamps Konzept des Inframince, das die beinahe nicht wahrnehmbare Trennung (oder „simultane Verzögerung“) zwischen zwei angrenzenden Ereignissen oder Zuständen beschreibt.


Ort: Aedes Pfefferberg, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin
Datum: 8.Oktober – 11. November 2010
Eröffnung: Freitag, 8. Oktober 2010, 18.30 Uhr
Öffnungszeiten: Di-Fr 11.00 - 18.30 Uhr, Sa/So 13.00 - 17.00 Uhr

Zur Eröffnung sprechen:
Dr. h.c. Kristin Feireiss, Aedes Berlin
Prof. Hans-Jörg Rheinberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
Heike Catherina Mertens, Vorstand Kultur der Schering Stiftung

Susanna Hertrich, Robot

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