28.02.2006

Appartementhaus in London

Wie ein Low-Budget-Bau sieht das Appartementhaus wirklich nicht aus. Und doch entstand das augenfällige Gebäude unter einem eng geschnürten Kostenkorsett. Das im Wettbewerb proklamierte Motto ­»Frische Ideen für kostengünstiges Wohnen« nahmen die jungen ­Architekten beim Wort. Im Inneren bestimmen große Öffnungen den Raum, rahmen die Stadtlandschaft. Die Wände sind in klares Weiß getaucht, die Grundrisse unspektakulär und funktional – ein Hintergrund, der den Bewohnern die Freiheit lässt, ihr Umfeld gestalterisch selbst in die Hand zu nehmen. An der Fassade hingegen beginnt das Experiment: Preiswerte Geschenkpapierfolie unter Gussglas gaukelt Glanz und Glamour vor, ist auf ­raffinierte Weise zweckentfremdet. Ganz einfach war das nicht: Nur durch die intensive Zusammenarbeit von Baufirma und Architekt konnte der Bauherr überzeugt und die Idee Realität werden. Die schillernden Farben, die sich beim Vorübergehen ständig ändern, spielen auf die Geschichte des Orts an: Noch im letzten Jahrhundert produzierten dort Fabriken allerlei »billigen Luxus« – von Stofffarbe bis hin zu Süßwaren. Auch wenn von der regen Betriebsamkeit heute nichts mehr zu spüren ist und die Umgebung verlassen wirkt, setzt die funkelnde Fassade ein Zeichen für die Zukunft, die ebenso farbenfroh sein soll wie das Gebäude selbst.

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