Versteckter Umbau
Ehemaliger Schweinestall wird modernes Einfamilienhaus
Der ehemalige Schweinestall bettet sich nach seiner Transformation unscheinbar in seine Umgebung ein. Von außen blieben die Spuren des Umbaus nahezu unsichtbar. © Javier Bravo
Der ehemalige Schweinestall befindet sich im nordspanischen Ort Sasamón. Auf Wunsch des Bauherrn wurde das landwirtschaftliche Gebäude in ein zeitgenössisches Wohnhaus transformiert. Das Architekturbüro MADE V. Arquitectos, das für die Transformation verantwortlich ist, verfolgt einen Ansatz, der den sensiblen Umgang mit dem Bestand in den Mittelpunkt stellt. Dies spiegelt sich auch in den Anforderungen an das alte Landwirtschaftsgebäude wider: Ziel war es, den ländlichen Charakter und das bauliche Erbe zu bewahren und zugleich einen warmen, funktionalen und flexiblen nutzbaren Wohnraum zu schaffen.


Raumkonzept, Grafik © Javier Bravo


Sicht auf den hölzernen Kubus im Innenraum, © Javier Bravo
Intervention – Hölzerner Kubus
Bei dem Umbau wurde der Fokus vor allem auf die Neuorganisation des Innenraums gesetzt. Dazu wurde der ursprüngliche Innenausbau vollständig entfernt und bis auf den Rohbau zurückgebaut. In die erhaltenen Außenwände ist ein hölzerner Kubus aus laminiertem Holz eingebettet, der mit seinem Volumen etwa die Hälfte des vorhandenen Raums einnimmt. Integrierte Dreh- und Schiebetüren, aus dem gleichen Material wie der Kubus, ermöglichen eine klare, funktionale Raumorganisation.


Die instandgesetzten Lehmwände der Fassade, © Javier Bravo


Aufeinandertreffen von warmen und rauen Materialien, © Javier Bravo
Vergangenheit und Gegenwart – ein räumliches Erlebnis
Da das Gebäude einen historischen Wert besitzt, war es im Entwurf entscheidend, diesen neben den neuen Eingriffen bewusst sichtbar zu erhalten. Die instandgesetzten Lehmwände fungieren als stille Zeugen der Vergangenheit, während der vorgefertigte hölzerne Kubus die Gegenwart repräsentiert. Bei der Dachsanierung wurde die ursprüngliche Konstruktion aus Sparren und Pfetten erhalten, jedoch durch laminiertes Holz ersetzt, um Stabilität und einen hohen Grad der Präzision zu gewährleisten. So entsteht eine Symbiose aus Alt und Neu, bei der historische und moderne Elemente ineinander übergehen. Gleichzeitig treffen warme und raue Materialien sowie massive und leichte Elemente aufeinander. Das Ergebnis ist ein räumliches Erlebnis, das den Charakter und die Geschichte des Ortes spürbar macht.


Räumliche Organisation, © Javier Bravo


Dreh- und Schiebetüren verhelfen einer klaren und funktionalen Raumorganisation. © Javier Bravo
Nachhaltigkeit
Die Innenwände haben eine durchgängige Dämmschicht erhalten und sind mit einer leichten Trennwand abgeschlossen. Dadurch konnte derselbe Mörtel wie bei den Außenwänden verwendet werden. Dies sorgt nicht nur für einen hohen thermischen Komfort und eine hohe Energieeffizienz, sondern auch für Materialkohärenz. Bei der Vorfertigung der Module des eingesetzten Holzkastens für das Gebäudeinnere wurde bewusst auf lokale Hersteller zurückgegriffen. Dadurch unterstützt und stärkt das Projekt nicht nur das traditionelle Handwerk, sondern minimiert auch die Umweltbelastung durch externen Transport.
Architektur: MADE. V arquitectos
Standort: Sasamón, Burgos (ES)
























