Gitterschale aus Brettschichtholz: Pfarrkirche St. Josef in Holzkirchen
Foto: Andreas Gabriel
Nach der geometrischen Festlegung der Knotenpunkte über regelmäßige Teilung des Kegelstumpfes entwickelten die Tragwerksplaner ein Berechnungsmodell für die Struktur aus umlaufenden, elliptischen Ringen als durchgehende Biegestäbe und den Diagonalen als Fachwerkstäbe. Insgesamt waren ca. 350 Knotenpunkte zu planen und nachzuweisen, von denen in der Regel nur jeweils zwei die gleiche, gespiegelte Geometrie aufweisen.
Die überwiegend druckbeanspruchten Fachwerkstäbe wurden als reine Druckstäbe modelliert. Die konstruktive Lagesicherung erfolgt über Stahlzugstäbe zwischen den Ringen. Die Ausbildung der Knotenpunkte konnte so optimiert werden, dass die Normalkräfte der Diagonalen ausschließlich über Druckkontakt eingeleitet werden. In den Regelknoten nehmen Stahlgrundplatten mit angeschweißten Keilen die Stirnflächen der Diagonalen mit entsprechend CNC-gefräster Negativform auf. Die Werkstattplanung anhand eines 3D-Computermodells, das neben den Holzbauteilen auch alle Stahlbauteile und Verbindungsmittel beinhaltet, garantierte die erforderliche Passgenauigkeit.
Aufgrund eines Sondervorschlage der Holzbaufirma konnten die Stahleinbauteile bei zahlreichen Knoten durch Formstücke aus Buchenfurnierschichtholz ersetzt werden.
Die Dachelemente wurden vorgefertigt, um Witterungseinflüsse während der Bauzeit zu minimieren, und erhielten anschließend eine Holzschindelverkleidung.












