28.11.2016 Katja Reich

Gute Architektur kommt niemals aus der Mode

Interface Office Opening, Gastredner Dirk Lohan; Foto: Lichthalle Krefeld

»Es ist erstaunlich, wie neu das alles hier aussieht – als wenn es erst vor ein paar Jahren gebaut worden wäre. Dabei ist es beinahe 90 Jahre alt!«, so der Architekt und Enkel Mies van der Rohes, Dirk Lohan, der Mitte November als Ehrengast zur Eröffnung des neuen Deutschlandsitzes von Interface nach Krefeld gekommen war. Lohan kannte das Gelände bislang nur aus Büchern und zeigte sich sichtlich begeistert vom Potenzial und den bisherigen Umnutzungen im Mies van der Rohe Business Park. Sein Großvater hatte mit dem HE Gebäude und den ersten vier Sheds der Produktionshalle den Grundstein für die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Verseidag gelegt. Nach einer wechselvollen Geschichte entwickelt es Investor Reiner Leendertz nun zu ­einem neuen architektonischen und wirtschaftlichen Magnet für Krefeld und die Region.

Im Rahmen der Interface-Eröffnungsveranstaltung hatten die rund 400 geladenen Gäste ausgiebig Gelegenheit, sich auf dem Gelände umzuschauen und den Spirit des Ortes aufzunehmen. Insbesondere die Führung mit den beiden Mies-Experten Prof. Norbert Hanenberg (TH Gießen) und Dr. Daniel Lohmann (RWTH Aachen) vermittelten einen interessanten Blick auf die Details der einzelnen Gebäude. Aus vielen dieser Detaillösungen, wie z.B. Ziegelverbänden oder Fensterteilungen, konnten sie im Rahmen ihrer Forschungen Indizien für eine Beteiligung Mies van der Rohes ablesen. Wenn auch nicht von Mies selbst, so doch in seinem Stil entstand unter Leitung des Bauhausschülers und Werksarchitekten Erich Holthoff um 1935/36 auch das ehemalige Speditionshaus, in das Interface nun eingezogen ist. Im Rahmen der Eröffnung konnten die Besucher das nach den Grundsätzen von Biophilic Design geplante Büro nun erstmals besichtigen.

Den eigentlichen Höhepunkt stellte jedoch die feierliche Abendveranstaltung innerhalb der historischen Sheddachhallen dar. Nach Gruß- und Dankesworten von Nils Rödenbeck, Geschäftsführer Vertrieb, entführte Dirk Lohan nochmals in die Welt Mies van der Rohes, indem er verschiedene Meilensteine der Architekturgeschichte mit persönlichen Erinnerungen und Anekdoten lebendig werden lies. »Mies van der Rohe war mir natürlich schon immer ein Begriff. Bereits zu meiner Geburt war unsere Wohnung komplett mit Mies-Möbeln eingerichtet. Bei uns war alles Mies«, kokettiert er. Ein schönes Wortspiel, das bezogen auf Krefeld nur lauten kann: hier ist gar nicht alles Mies, aber trotzdem bestens!

Weitere Informationen zu Interface im Mies van der Rohe Business Park erhalten Sie hier.


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