Café auf fahrbarem Untersatz
The Chapel in Bukarest von Vinklu
Ganze 2 m breit ist das Café in einer Baulücke im Nordwesten von Bukarest. © Vlad Patru
Der Stadtbezirk 1 ganz im Nordwesten von Bukarest ist mit seinen Einfamilienhäusern an sich nicht der Ort, wohin sich Touristen und Cafébesucher verirren. Eine Ausnahme bildet die Gegend rund um den historischen Bazilescu-Park mit seinem kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erbauten Amphitheater. Grund genug für die örtliche Kaffeehauskette Boiler Coffee Shop, hier eine Dependance zu errichten. Es ist der erste Neubau des Auftraggebers, nachdem dieser zuvor ausschließlich existierende Ladengeschäfte umgebaut hatte.


Dach und Seitenflächen des schlanken Bauwerks sind komplett mit Aluminium-Wellblech verkleidet. © Vlad Patru
Leichtgewicht aus Glas, Aluminium und Holz
Das Baugrundstück ist ein schmaler, ehemaliger Parkplatz zwischen zwei Wohnhäusern, mit einem schmalen Kiesstreifen davor, wo die Cafébesucher auf einer Bank unter Bäumen Platz nehmen können. Exakt 2 m misst der kapellenartige Bau in der Breite, bei je 6 m Länge und Höhe. An der linken Wand reihen sich hintereinander eine Sitzbank für schlechtes Wetter, eine Küchenzeile und die vorgeschriebene Toilette auf. Während die Vorderfront komplett verglast ist, umhüllt Aluminium-Wellblech die Dachflächen, Seitenwände und den unteren Teil der Rückwand. Durch eine Hintertür gelangen die Angestellten zu einem separaten Lagerraum hinter dem Haus.


Im Innenraum sind eine Sitzbank, eine Küchenzeile und eine Toilette hintereinander aufgereiht. © Vlad Patru


Ein Lagerschuppen grenzt das Café vom Innenhof auf der Rückseite ab. © Vlad Patru
Ein Bauplatz zur Untermiete
Die Wand- und Dachflächen des Cafés wurden im Werk vorgefertigt und von innen mit Furnierholzplatten verkleidet. Weil es auch in Bukarest nicht ohne weiteres möglich ist, Parkplätze zu überbauen, ließen die Architekten das Café auf dem Chassis eines „mobile home“ montieren. Offiziell ist es auf dem Stellplatz also nur „geparkt“. Dieser gehört zum Nachbarhaus, dessen Besitzer ihn an die Kaffeehauskette untervermietet haben. Über drei Trittstufen aus Gitterrost gelangt man von der Straße hinauf in den Gastraum. Dauerhafte Fundamente gibt es nicht, lediglich einige Stelzfüße aus Metall verteilen das Gewicht der „Kapelle“ gleichmäßig auf dem Untergrund.
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Architektur: Vinklu (Stefan Pavaluta)
Bauherr: Boiler Coffee Shop
Standort: Strada Bârlogeni 58, București 012783 (RO)
Bauunternehmen: Retrodraft, Alusystem














