12.12.2011 Claudia Fuchs

San Telmo-Museum in San Sebastián

Als schmaler Riegel nutzt der Erweiterungsbau des San Telmo-Museums die Restfläche zwischen den Bestandsgebäuden und dem Monte Urgull. Seine begrünte Fassade vermittelt zwischen Stadt-und Naturraum.

Architekten: Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid
Fuensanta Nieto, Enrique Sobejano

Modell, Foto: Claudia Fuchs

Am Fuß des Monte Urgull, der die Bucht von San Sebastián nach Norden abschließt, liegt das San Telmo-Museum zwischen der dichtbebauten Altstadt und dem üppigen Grün des Hügels. Der Erweiterungsbau des Museums für die Geschichte des Baskenlandes betont diese Grenze und vermittelt zugleich zwischen Stadt- und Naturraum. Der metallisch schimmernde Riegel, der sich auf der Plaza auffächert, wirkt wie eine artifizielle, bewachsene Felswand.

Ansicht vom Platz, links der Altbau aus den 1930er-Jahren, Foto: Claudia Fuchs

Der Neubau ergänzt den bestehenden Museumskomplex – ein ehemaliges Dominikanerkloster aus dem 16. Jahrhundert mit Anbau aus den 1930er-Jahren – mit neuem Eingangsfoyer, Vortragssaal, Ausstellungsbereich, Café und Bibliothek.

Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters, jetzt Museum, Foto: Claudia Fuchs

Ausstellungsbereich im Neubau, Foto: San Telmo Museoa

Der 150 m lange, schmale Baukörper ist in die enge Restfläche zwischen Kloster und Berg implantiert, teilweise wurde die Felswand abgetragen; die hangseitige Außenwand ist zugleich Stützmauer. Die Frontfassade steht im Kontrast zu den Sandsteinfassaden des Bestands: Eine homogene, vorgehängte Hülle aus perforierten Gussaluminiumtafeln fasst die unterschiedlichen Nutzungen zusammen und verringert optisch das Gebäudevolumen. Die "Grüne Wand" entwickelten die Architekten in Zusammenarbeit mit den Künstlern Leopoldo Ferrán und Agustina Otero.

Der schmale Baukörper des Erweiterungsbaus ist in die enge Restfläche zwischen Kloster und Berg implantiert. Foto: Claudia Fuchs

Die Aluminiumhülle ist partiell bewachsen, aus den Löchern sprießen Moose und Farne, wie sie auch am Monte Urgull wachsen. Vor den verglasten Fassadenbereichen wirken die Lochpaneele als Lichtfilter und bieten Durchblicke zur Plaza. Nachts leuchtet das Gebäude von innen und lässt die räumliche Komplexität des linearen Baukörpers ahnen. Dieser rückt nahe an den Altbau heran, springt dann wieder zurück, um Innenhöfe zu schaffen, und integriert an seiner Nordseite die Freitreppe, die zum Berg führt.

Die perforierten Gussaluminiumtafeln sind partiell bewachsen mit Moosen und Farnen. Foto: Claudia Fuchs

Die ovalen Aussparungen der Platten wurden in unterschiedlichen Winkeln gebohrt. Foto: Claudia Fuchs

Da die Architekten zeitgleich auch die Bestandsgebäude restaurierten, zeichnet sich das Ensemble durch einheitliche Materialien und Texturen in den Innenräumen aus, die den ruhigen Hintergrund für die reiche Sammlung bilden – neben dunklem Iroko-Holz für Böden und Treppen bestechen vor allem die Sichtbetonflächen des Neubaus mit der feinen Maserung der Brettschalung.

Dachterrasse, Foto: Claudia Fuchs

Sichtbetonfläche mit der feinen Maserung der Brettschalung, Foto: Claudia Fuchs

Übergang in das Bestandsgebäude, Foto: Claudia Fuchs

Eingangsfoyer mit Kassentheke, Foto: Claudia Fuchs

Meerseitiger Treppenabgang, Foto: Claudia Fuchs

Innenhof, Foto: Claudia Fuchs

Die Lochpaneele wirken als Lichtfilter und bieten Durchblicke zur Plaza. Foto: Claudia Fuchs

In das Volumen eingeschnittener Lichthof, der zugleich Dachterrasse ist. Foto: Claudia Fuchs

Der Neubau integriert an seiner Nordseite die Freitreppe, die zum Monte Urgull führt. Foto: Claudia Fuchs

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