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Bauen mit Beton

DETAIL 12/2020

Blicken wir für einen Augenblick auf das vergangene Jahr und die neue Normalität in diesem Corona-Winter. Planungs- und Bauprozesse müssen oft ad hoc neu terminiert oder umprogrammiert werden. Fast täglich setzen wir uns vom Büro oder von zuhause aus per Videocall mit Kollegen und Partnern in Verbindung, Manchmal sind sie im Zimmer nebenan, dann wieder in unterschiedlichen Städten oder Ländern. Gegen das wachsende Unbehagen, soziale Kontakte und den direkten Austausch zu verlieren, haben wir so manche Gemeinschaftsaktionen im virtuellen Raum erfunden. Doch wie geht es weiter? Einige Aspekte unserer neuen Routine werden wir in der ein oder anderen Art weiterhin beibehalten, und dies wird uns zum Umdenken anstiften. Der Remote-Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden hat Vorteile, warum sollten wir ihn nicht auch weiterhin mehr oder weniger intensiv nutzen. Aber lässt unsere aktuelle eigene Wohnsituation ein regelmäßiges Szenario im Homeoffice dauerhaft zu? Was brauchen wir, um auf diese Situation eingerichtet zu sein? Vice versa gilt dasselbe für Büros: Sind dort dieselben großzügigen und oft kostspieligen Flächen notwendig, wenn nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig vor Ort sind, sondern abwechselnd im Homeoffice arbeiten? In letzter Konsequenz führt der enorme Digitalisierungsschub, den wir im Alltag erleben, auch zu einer Umorientierung in der Architektur. Denn die Nutzungsmöglichkeiten von Räumen, der Bedarf an das Raumangebot und die Organisation von Flächen müssen angepasst werden. Es stellt sich deshalb die grundsätzliche Frage: Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus, welche Parameter werden sich verändern und wie stellt sich die Planung auf die Herausforderungen flexibler und wechselnder Bedürfnisse ein, sowohl zuhause als auch im Büro? In Berlin-Kreuzberg eröffnete kürzlich die neue Axel- Springer-Hauptzentrale, ein Glaspalast nach dem Entwurf von OMA. Der große Neubau feiert die globale Medienmacht des Konzerns mit großer Geste, er fasst insgesamt 43 500 m2 Büroflächen und 3500 Arbeitsplätze. Seine Architektur soll den Übergang von der Print- zur digitalen Medienwelt symbolisieren, wie OMA mitteilt. Geplant wurde der gigantische Bürobau lange vor der Corona-Zeit, und doch muss er den drängenden Fragen unserer heutigen Alltagsrealität mit Blick auf zukünftige Szenarien standhalten. Zeigt sich hier ein Weg für die Bürowelt der Zukunft auf, wie wir sie uns wünschen?

Wir schließen den Themenkreis unserer diesjährigen Ausgaben mit einem Heft zum Schwerpunkt Beton. Die Projektauswahl zeigt das Potenzial des Materials in konstruktiver Hinsicht sowie mit Blick auf seine Qualitäten im urbanen Kontext und im Innenraum. Wir dokumentieren aktuelle Neubauten und Sanierungen mit verputzten Fassaden oder aus Sichtbeton, weiß oder anthrazit gefärbt. Spannende Kontraste ergeben sich dabei durch Materialkombinationen. Bernardo Bader ergänzt die dunklen Betonoberflächen seines Atelier- und Wohnhauses in Bregenz um helle, sägeraue Holzvertäfelungen und Treppengeländer aus Messing. Die peruanischen Architekten Barclay & Crousse lockern die Betonfassade des Wohnhauses in Lima durch vertikale Brise Soleil aus regionalem Marmor auf. Mit glatten und grobkörnigen Putzstrukturen macht BDR bureau die Skelettstruktur des sanierten und energetisch ertüchtigten Bestandsbaus der Schule in Turin sichtbar. Frank Kaltenbach stellt Ihnen außerdem den Erweiterungsbau der Landesbibliothek in Stuttgart von Lederer Ragnarsdóttir Oei vor, ein weißer Solitär im brausenden Verkehr. Der ­Tradition von Betonschalen geht Matthias Beckh in seinem Essay nach, nicht ohne das Zukunftspotenzial dieser Bauweise zu skizzieren. Ein Detail-Interiors Heft liegt dieser Ausgabe bei – und wir wünschen Ihnen auch damit viel Freude beim Lesen. Kommen Sie gut ins Neue Jahr!

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