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Fenster und Fassaden

DETAIL 1+2/2020

Haben Sie es bemerkt? Unsere aktuelle Ausgabe hat ein neues Gesicht. Wir haben die Titelseite aufgeräumt, wichtige Elemente gestärkt und andere weggelassen. Auch im Innenteil unserer Zeitschrift erwarten Sie einige grafische Neuerungen. Statt diese im Einzelnen aufzulisten, laden wir Sie ein, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Mit der Layout-Überarbeitung führen wir unsere Strategie fort, Detail in vielen kleinen Schritten weiterzuentwickeln. Wir haben das Erscheinungsbild großzügiger gestaltet, ohne auf Detailtiefe und Informa­tionsgehalt zu verzichten. Viele Konstanten bleiben dabei wichtig – allen voran der Detail-Schriftzug, der uns seit unserer Erstausgabe im Jahr 1961 in unveränderter Form begleitet.

Während wir mit dem aktuellen Heft Neues wagen, geht in der Welt ein weiteres Architekturjahrzehnt zu Ende. Die 2010er-Jahre haben neue Themen auf die Agenda gesetzt und alte in ihrer Bedeutung gestärkt — das Denken in Materialkreisläufen, die Hinwendung zu sozialen Fragen und die zunehmende ­Wohnungsnot in Europas Städten, um nur einige zu nennen. Wir erleben einen regelrechten Hype um Vorfertigung in der Architektur, den Siegeszug des Holzbaus und einen geläuterten Umgang mit parametrischen Planungsmethoden, die heute weit eher als echte Problemlöser verstanden werden denn als bloßes Werkzeug zur Generierung spektakulärer Gebäudeformen. Global hat sich der Schwerpunkt der Bauproduktion weiter nach Osten verschoben, und in vielen asiatischen Ländern ist neben aller investorengetriebenen Massenware auch eine neue, hoch entwickelte Baukultur entstanden.

Einigen wichtigen Themen unserer Zeit werden wir uns bereits in den Detail-Themenausgaben des nächsten halben Jahres widmen: Im März beleuchten wir das Verhältnis zwischen Architektur und urbaner Mobilität, im April widmen wir uns der notwendigen, aber umstrittenen Nachverdichtung unserer Städte und im Mai der Tendenz, Innen- und Außenräume immer enger miteinander zu verbinden – durch Balkone, Terrassen und Loggien, die in der Architektur eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Im Juni steht dann ein Themenheft zur Vorfertigung und zum seriellen Bauen auf dem Programm.

Die aktuelle Detail-Ausgabe hat einen Dauerbrenner der Architektur zum Thema: die Fassadengestaltung und die Rolle von Fenstern in der Gebäudehülle. War die Fassade – dem ­lateinischen Begriff »facies« entsprechend – in früheren Epochen vor allem das Gesicht eines Gebäudes, wurde sie im Lauf des 20. Jahrhunderts zu einer zunehmend technisch aufgerüsteten Gebäudehülle. Dabei sind die Grundfunktionen von Fassaden stets dieselben geblieben: Wärme- und Sonnenschutz, Lichttransmission, Luftzufuhr und nicht zuletzt Bild- und Bedeutungsträger. Unsere Projektauswahl in diesem Heft zeigt, mit welch radikal unterschiedlichen Lösungen sich diese Funktionen je nach Standort und Gebäudetypologie erfüllen lassen.

Beim ­Kulturzentrum Ithra im ­saudi-­arabischen Dhahran haben die Architekten von Snøhetta Dach und Fassade, Fenster und geschlossene Gebäudehülle zu einem filigranen, an die Strukturen eines Fingerabdrucks erinnernden Linienwerk verschmolzen. Bei ihrem Wohnhaus in Zürich hingegen zelebrieren ­Fuhrimann Hächler Architekten die ruppige ­Einfachheit der Außenwandkonstruktion und die ­vielschichtige Multifunktionalität der darin integrierten Metall­fenster. Großflächig und minimalistisch ist die Fassaden­gestaltung beim Schulungszentrum in Genk von Kempe Thill Architekten, eklektizistisch-­verspielt mit Anklängen an lokale Bautraditionen dagegen bei der Schule in Orsonnens von Ted’A und Rapin Saiz Architectes. Und was könnte die Vielfalt zeitgenössischer Fassadengestaltung besser illustrieren als die weich gepolsterte Hülle des Kulturzentrums in Prag von Petr Hájek und der Betonbrutalismus der Norra Tornen-­Wohntürme in Stockholm von OMA?

Im Essay dieses Hefts widmen wir uns einer der folgenreichsten Neuerungen in der Fassadengestaltung der letzten 100 Jahre: dem Brise-soleil, das seit den Tagen Le Corbusiers viele Bauten mit seiner Doppelnatur als Schattenspender und Gestaltungsmittel prägt. Eine andere Neuerung, die gläserne Doppelfassade, zeigen wir in unserem Technikbeitrag in einer besonders einprägsamen Form: Beim neuen IOC-Hauptsitz von 3XN in Lausanne folgen nicht nur die Fassadenkonstruktion, sondern auch Teile des Tragwerks der bewegten, ein- und auswärts schwingenden Gesamtform des Baukörpers, die passend zur Bauaufgabe dynamische Bewegung symbolisieren soll.

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DETAIL 1+2/2020
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