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Modular vorgefertigt

DETAIL 6/2020

Mit Modulen und vorgefertigten Elementen zu bauen ist meistens kostengünstig und schnell. Manchmal ist die Planungs- und Bauzeit sogar so deutlich reduziert, dass dabei Rekorde aufgestellt werden. In Krisenzeiten wie der Covid-19-Pandemie, wenn die Not groß ist und der Bedarf nach neuen Funktionsräumen schnell gedeckt werden muss, rückt die modulare Bauweise deshalb noch stärker in den Fokus. So haben Carlo Ratti und Italo Rota kürzlich ein kombinierbares Raummodul entworfen, das die Infrastruktur von Krankenhäusern zur Behandlung von Corona-Patienten ergänzen kann. Die umgebauten Container nehmen jeweils zwei Intensivbetten auf und reduzieren die Ansteckungsgefahr durch ein Biocontainment-System mit Unterdruck. Das Open-Source-Projekt nennt sich Cura – Connected Units for Respiratory Ailments und kam erstmals in Turin zum Einsatz. Als autarke Plug-in-Isoliereinheiten können die Module so schnell aufgebaut werden wie ein Klinikzelt, heißt es.

Welches Potenzial die Bauweise mit modularen und vor­gefertigten Elementen außerdem bietet, zeigen wir in unserer aktuellen Juni-Augabe. „Der Planungsprozess funktioniert anders als beim konventionellen Bauen... die Prozesse von Planung und Bauen greifen ineinander“, erläutert Barbara Holzer in ­unserem Interview. Holzer Kobler Architekturen haben maßgebliche Erfahrung mit Prefab-Bauweisen und Containern, sie loten die Parameter der Bauweise von Projekt zu Projekt bis an ihre Grenzen aus. Dass mit vorfabrizierten Betonele­men­ten wegweisende Wohnungsbauten mit vielen Qualitäten ­möglich sind, wird auch bei einem kürzlich fertiggestellten Projekt von Far frohn&rojas in Berlin deutlich: Die Architekten nutzen die industrielle Vorfertigung von einzelnen Elementen für ein ­vorbildliches Wohnregal mit großen Spannweiten und flexiblen Grundrissen. Unsere weiteren Dokumentationen zeigen zwei ­Projekte in Großbritannien, die aus unterschiedlichen Raum­modulen konstruiert sind. WilkinsonEyre ließen die komplett ausgestatteten und möblierten Holzeinheiten ihres Studentendorfs in Wiltshire auf der Baustelle mit dem Kran positionieren. Für ihr Hotel in London stapelten Doone Silver Kerr recycelte Schiffs­container zu einem Gebäude mit markanter Fassade.

Ungeachtet der Bauweise von Gebäuden hat sich der Arbeitsalltag in Architekturbüros seit dem Lockdown maßgeblich geändert. Digitale Prozesse und virtuelle Begegnungen sind omnipräsent, der soziale Austausch hat sich auf das Netz und seine ungeahnten Ressourcen verlagert. Viele Erfahrungen, die wir in diesen Monaten machen, können wir auch weiterhin einsetzen. Die Pandemie lehrt uns nicht nur im Büro-, sondern auch im Hochschul- oder im Redaktionsalltag, mit neuen Tools umzugehen, Abläufe neu zu strukturieren und dabei auf Möglichkeiten zurückzugreifen, die wir bislang nicht voll ausgeschöpft hatten. Auf unserer Onlineplattform detail.de sammeln wir Erfahrungsberichte zur aktuellen Situation und freuen uns auf Ihre Beobachtungen und Ihr Feedback.

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