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Urbane Räume

DETAIL 7+8/2018, Urbane Räume

Welche Faktoren tragen zum Erfolg urbaner Räume bei? Diese Frage stellte sich der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl schon in den 1960er-Jahren, als er erstmals das Verhalten von Menschen auf den Straßen und Plätzen unserer Städte untersuchte. In seinem Buch »Life Between Buildings« (1971) unterscheidet Gehl drei Arten von Aktivitäten in Außenräumen: notwendige, optionale und soziale. Seine These lautet: Je mehr Angebote ein öffentlicher Raum seinen Nutzern für spontane Aktivitäten und ungeplanten Zeitvertreib bietet, desto eher entsteht dort soziales Leben.

In unserer aktuellen Ausgabe zeigen wir urbane Räume, die diese Qualitäten besitzen. Die Dokumentationen im Heft illustrieren die Vielfalt, in denen uns solche Räume heute begegnen: als Markthalle, Spielplatz und Gemeindezentrum, Fußgängerbrücke und als Innenhof auf einem Universitätscampus. Urbane Räume finden wir nicht nur zwischen Häusern, sondern auch in, an und auf Gebäuden sowie entlang von Verkehrstrassen. Viele dieser Orte dienen nicht allein dem zweckfreien Aufenthalt, sondern haben durchaus eine klar definierte Funktion und basieren auf einem ausgeklügelten Raumprogramm. Eine interdisziplinäre Planung ist für ihren Erfolg meist unverzichtbar.

Ein schönes Beispiel ist der Sport- und Spielplatz auf einem Parkhausdach in Kopenhagen, bei dem Jaja Architects gleich mit zwei Expertenteams für Sportanlagenbau zusammenarbeiteten. Passend dazu untersucht unser Essay, wie der Fitnesstrend zunehmend den Stadtraum erobert und dort zu immer neuen Gestaltungsansätzen und Funktionsüberlagerungen führt.

Natürlich ist die Grenze zum »overdesign« und zur funktionalen Überforderung schmal. Städte brauchen auch Plätze, die einfach nur Platz sind und zur inneren Einkehr einladen wie das Holocaust-Memorial in Bologna von SET Architects, das wir ebenfalls dokumentiert haben.

In den Untergrund entführt uns Harald Sommer in seinem Technik-Beitrag. Er erläutert zeitgemäße Strategien des Regenwassermanagements in der Stadt und zeigt, wie sich diese in eine gelungene Freiraumgestaltung einbinden lassen. Schließlich brauchen Stadträume nicht nur Aufenthaltsqualität, sondern auch eine zukunftssichere Infrastruktur in Zeiten des Klimawandels.

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