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Juliaan Lampens, Ausstellung, Brutalismus

Brutalismus auf Belgisch: Juliaan Lampens (1926-2019)

93 Jahre ist Juliaan Lampers alt geworden. Sein erstes Haus baute er, als er noch sehr jung war. Noch vor dem Beenden seines Studiums entstanden die ersten Wohnhäuser, und mit nur 24 Jahren eröffnete er sein Architekturbüro. War sein Erstlingswerk noch eher traditionell geprägt, führte ein Besuch der Expo 1958 zum wichtigen Wendepunkt in der Gestaltung seiner Gebäude. 1960 baute er sein eigenes Haus in Eke, nahe Gent mit offenem Grundriss, großen Glasflächen, die die Landschaften im Innen- und Außenraum ineinanderfließen lassen und viel Sichtbeton.

Weitere wichtige Werke sind die Kapelle Kerselare in Oudenaarde (1966) mit ihrem schräg ansteigenden Betondach, das Haus Vandenhaute – Kiebooms in Zingem (1967) in dem eine sechsköpfige Familie wohnte, das aber keine Innenwände hat und die Bibliothek in Eke mit ihrer scharfkantigen Fassade, die das Gebäude wie ein Relief in der Stadt wirken lässt.

Lampers Zeichnungen, die all diesen Gebäuden zugrunde liegen, haben ihre individuelle Ästhetik. Die präzisen, fast ingenieurmäßigen Handzeichnungen auf dem mittlerweile vergilbten Papier spiegeln die Zeit, in der sie entstanden – ein im digitalen Zeitalter wohltuender Anblick.

Die Auswahl der Exponate verdeutlicht Lampens Faszination für das architektonische Detail. Es spielt in seinem gesamten Oeuvre eine zentrale Rolle. Entwurfsskizzen, Sondierungszeichnungen und Architekturpläne zeigen, wie die Entwicklung des Details den kreativen Prozess seiner Architektur von der ersten Idee bis zur Fertigstellung des Gebäudes beeinflusste.

Die Schau ist bis zum 28. März geöffnet, alle Werke stammen aus dem Archiv des Flanders Architecture Institute. Im Moment ist der Besuch nach Registrierung und mit verminderter Besucherzahl möglich.  Aber auch ein Besuch auf der Website lohnt: vai.be (bitte Link setzen auf Website)

Begleitend zur Ausstellung wurde der Katalog Juliaan Lampens. 1950-1991, neu aufgelegt, der jedoch nur Bauten nach 1960 enthält. Für eine Ausstellung im Jahr 1991 hatte der Architekt ihn selbst gestaltet. Daher handelt es sich auch um keine reine Werkdokumentation, sondern eine Art persönlicher Sammlung mit Zeichnungen, Fotos, Bildern, Notizen und Skizzen.

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