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Festspielpavillon der Bayerischen Staatsoper in München

Der temporäre Pavillon für die Opernfestspiele ist ein spektakulärer Bau. In verschiedenste Richtungen zeigende spitze Zacken aus Aluminium ziehen die Blicke auf sich, doch sie dienen auch akustischen Zwecken. Durch ihre Anordnung und die Bekleidung mit geschlossenen und gelochten Alublechen dringt der Lärm vorbeifahrender Autos nicht nach innen.

Architekten: Coop Himmelb(l)au, Wien

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Rund 130 Jahre ist es her, seit die Bayerische Staatsoper ihren letzten Theaterraum eröffnete. Umso verständlicher, dass der neue, im Rahmen der Opernfestspiele 2010 errichtete Pavillon ein spektakulärer Bau werden sollte.

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Auf rotem Gummigranulatboden – Assoziationen an den roten Teppich liegen nahe – schreitet man an die expressive Aluminiumhülle heran, in deren Innerem sich eine Blackbox verbirgt. Ausgelegt für 300 Besucher werden dort während der Festspiele verschiedenste Veranstaltungen von Yogakursen über Disco-Abende bis hin zu experimentellem Musik-

theater angeboten. Das Programm setzt ein Signal an die Jugend und soll für die Institution Oper begeistern, deren klassizistisches Haupthaus vom Pavillon aus gut zu sehen ist.

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So schlägt nicht nur das Programm eine Brücke zwischen Tradition und Gegenwart, sondern auch die Architektur. Acht Monate ist es her, seit die Architekten den Auftrag erhielten, einen fliegenden Bau zu entwerfen, der auch an anderer Stelle aufgebaut werden kann – Anfragen aus London und Paris liegen bereits vor.

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Eine Schwierigkeit bestand darin, die Akustik eines Konzertsaals mit einem zerlegbaren Leichtbau in Einklang zu bringen – ist für gute Akustik doch Masse das erste Mittel der Wahl. Geglückt ist diese knifflige Aufgabe durch schräg gestellte Innenwände, die wechselweise mit schallabsorbierenden und -reflektierenden Blechen bedeckt sind.

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Fotos: Christian Schittich, München

Doch auch den Schall von außen galt es zu bewältigen. Hier tun die in verschiedenste Richtungen zeigenden »Spikes« an der Westfassade ihren Dienst – durch ihre Anordnung und die Bekleidung der Unterseite mit absorbierendem Lochblech und der Oberseiten mit reflektierenden geschlossenen Alublechen.

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Die Formfindung der Spikes geht auf die von Le Corbusier und Iannis Xenaxis entwickelte Methode des Soundscaping zurück. Bei diesem Pavillon wurde eine Tonsequenz aus Stücken von Jimi Hendrix und von W. A. Mozart transkribiert und in ein computergestütztes 3D-Modell übersetzt.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2010

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