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cepezed, Delft, Bürohaus

In seine Einzelteile zerlegbar: Bürohaus in Delft

Beim Bauen nach dem Cradle-to-Cradle- Prinzip wird das Bauwerk zum Materiallager: Seine Komponenten sollen so lange wie möglich im geschlossenen Kreislauf bleiben und wenn das Gebäude nicht mehr genutzt wird in neuen Projekten Verwendung finden. Das interdisziplinäre Planungsteam cepezed hat mit seinem Building D(emountable) ein Vorbildprojekt für Zirkuläres Bauen errichtet. Der viergeschossige Quader wurde in nur einem halben Jahr auf dem ehemaligen Gelände der Technischen Universität Delft errichtet. Mit seiner zeitgemäßen Architektur und der filigranen, transparenten Anmutung steht er im interessanten Kontrast zu seiner Umgebung, drei denkmalgeschützten Backsteingebäuden im Niederländischen Neorenaissance-Stil.

Die Tragstruktur des Neubaus bilden ein schlankes Stahlskelett und Rippendecken aus Furnierschichtholz. Stützen und Träger sind nicht geschweißt, sondern mit Schrauben verbunden. Die minimalistische, raumhohe vorgehängte Isolierverglasung ist mit Glashalteleisten direkt auf der Stütze befestigt. Für natürliche Belüftung sorgen schmale Öffnungsflügel mit Lamellen aus Metall, die zwischen den verglasten Feldern angeordnet sind. Auf Profilen aus 12 mm starken gebogenem Flachstahl, die an den Stützen der Tragstruktur befestigt sind, liegen die Decken auf. Sie sind mit Split-befüllten Karton-Wabenkernplatten und darüber liegenden Gipsfaserplatten belegt. Ein recycelter PVC Boden schließt die Konstruktion ab. So kann der Fußboden zerstörungsfrei demontiert werden. Die Leitungen der Klimaanlage, die auch zum Heizen verwendet wird, liegen offen zwischen den sichtbaren Rippen der Deckenelemente, so sind sie für Wartung, Reparatur oder Rückbau einfach zu erreichen.

Auf insgesamt 800 m2 bietet das Bürohaus flexibel gestaltbaren Arbeitsraum ohne Trennwände. Durch die offenen Ebenen und die transparente Fassade entstehen vielfältige Sichtbeziehungen im Raum und nach außen. Die Sanitär- und Nebenräume sind als geschlossener Kern im Norden angeordnet. Abgesehen vom Treppenhaus, ist das Gebäude ein einziger Brandabschnitt, so konnte auch der Materialbedarf für Brandschutzmaßnahmen gering gehalten werden.

Die Niederlande haben sich zum Ziel gesetzt, alle Bautätigkeiten bis 2050 vollständig in geschlossenen Stoffkreisläufen zu organisieren. Das zerlegbare Bürohaus in Delft inspiriert dazu.

Über das Projekt berichten wir in Detail 6.2021.

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