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Kinder, Museum of Fine Arts Houston, Steven Holl Architects

Kühlender Mantel im Alabaster-Look: Kinder Building, Museum of Fine Arts Houston

Das Kinder Building – benannt nach seinen Stiftern Nancy und Rich Kinder – ergänzt das Ensemble des Museum of Fine Arts in der texanischen Metropole, zu dem neben der im Jahr 2018, ebenfalls von Holl entworfenen Glassell School of Art und dem Cullen Sculpture Garden zwei weitere Ausstellungsgebäude gehören: das Law Building mit einem Anbau aus Glas und Stahl von Mies van der Rohe und das Beck Building, ein massiver Steinbau von Rafael Moneo aus dem Jahr 2000.

Wie Alabaster wirkt die transluzente Glashülle des Neubaus aus Stahlbeton. Sie filtert das Tageslicht und erzeugt eine diffuse und schattenfreie, natürliche Belichtung für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. An sieben Stellen lockern Einschnitte die trapezförmige Grundform der Kubatur auf. Sie sind als kleine Gärten gestaltet, die das Gebäude mit seiner Umgebung verbinden. Der größte Garten an der Südostecke markiert den Haupteingang. Von hier betreten Besucherinnen und Besucher die lichtdurchflutete Eingangshalle. Sie reicht bis unter das Dach, auf dem sich konkave Dachsegmente unregelmäßig übereinanderschichten – die Wolken am Himmel über Texas sollen hier den Architekten inspiriert haben.  9300 m2 Ausstellungsfläche verteilen sich auf 15 Galerien, zwölf davon gruppieren sich in zwei Ebenen um das Atrium. Drei weitere Räume liegen im Erdgeschoss. Zum Raumprogramm gehört neben einem Restaurant, einem Café und Flächen für das Art Handling auch ein Theater mit 215 Sitzplätzen.

Die Halbröhren, die die äußere Hülle der Fassade bilden, haben einen Durchmesser von 76 cm. Eine maschinelle Fertigung war wegen der engen Biegeradien nicht möglich und so mussten alle 1100 Elemente im Schwerkraftbiegeverfahren hergestellt werden. Der etwa ein Meter tiefe Hohlraum zwischen äußerer Fassade und Gebäude wirkt dabei als kühlender Puffer: Ein Großteil der Sonneneinstrahlung wird von dem satinierten Verbundsicherheitsglas mit niedrigen Transmissionsgrad reflektiert. Die absorbierte Wärme steigt durch die Kaminwirkung der unten und oben offenen Glasröhren nach oben und gelangt so nicht in das Gebäude. So wird der Wärmeeintrag um 70% verringert.

Über das Projekt berichten wir in Detail 10.2021.

Weitere Informationen:

Tragwerksplanung: Guy Nordenson & Associates Cardno
TGA-Planung: Icor Consulting Engineers
Energietechnik: Transsolar
Lichtplanung: L’Observatoire International

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
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