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Neubau mit lokalen Bezügen: Rathausensemble in Wettstetten

Mit dem Rathaus in Wettstetten ist es den Architekten gelungen, ein Bauwerk mit lokaler Verwurzelung und gleichzeitig moderner ­Architektursprache zu schaffen – ein zurückhaltendes Gebäudeensemble und dennoch ein starker Akzent für die Ortsmitte von Wettstetten.

Architekten:
Bembé Dellinger Architekten, Greifenberg
Standort: Kirchplatz 10, D-85139 Wettstetten

Wettstetten, etwa zehn Kilometer nördlich von Ingolstadt gelegen, ist ­eine typische Vorortgemeinde, die sich vom Dorf zur prosperierenden Wohnsiedlung entwickelt hat. Durch das rasche Wachstum wurde das Rathaus im Laufe der Jahre zu klein und sollte durch ­einen Neubau ­ersetzt werden. Nicht nur neue Verwaltungsräume sollten entstehen, sondern auch ein Bürgersaal, ein Sitzungssaal für den Gemeinderat, ein repräsentativer Trausaal sowie Räumlichkeiten für die Tagespflege von Demenzkranken und eine Kinderkrippe. Mit dieser Nutzungsmischung, so die Hoffnung, würde auch neues Leben in die Ortsmitte einkehren.

Aufgeteilt in drei gleichwertige Baukörper, die sich im Maßstab an der Nachbarbebauung orientieren und vorhandene Gebäudefluchten aufnehmen, fügt sich der Neubau behutsam in die kleinteilige Struktur des Dorfkerns ein. Der gewachsene Ortsgrundriss wird wie selbst­ver­­ständ­lich weitergeschrieben – mit neuen stadträumlichen Qualitäten.

Alle drei Gebäude orientieren sich zu einem kleinen Platz und sind – trotz ihrer unterschiedlichen Nutzung – ähnlich strukturiert. Raumhohe Verglasungen und Fassadenrücksprünge markieren die Eingänge, die innen jeweils durch einen gebäudehohe Luftraum und schmale Oberlichtbänder betont werden.

Im Saalgebäude führen einige Stufen hinunter zum Bürgersaal, einem mulitfunktionalen Versammlungsraum für verschiedene Veranstaltungen wie z.B. Vereinsfeste. Die vier hölzernen Doppeltüren können auch in geöffneter Position fixiert werden, sodass zusammen mit dem Foyer ein durchlässiger Raum entsteht. Im Obergeschoss sind zwei weitere Säle angeordnet: der Trausaal und der Sitzungssaal, in dem der Gemeinderat tagt. Hier ist im großzügigen Vorraum eine Bank eingelassen, die ein angenehmes Warten ermöglicht.

Auch in den Vorräumen der Rathausverwaltung bieten Sitzmöbel Gelegenheit zum Warten. Während im Erdgeschoss das Einwohner- und das Sozialamt angeordnet sind, befinden sich im Obergeschoss das Bauamt, die Kämmerei, ein Sozialraum für die Mitarbeiter sowie das Büro des Bürgermeisters.

Im dritten Gebäude sind Altentagespflege und Kinderkrippe untergracht. Der Grundriss von Erd- und Obergeschoss ist fast identisch: Während sich ein großer Gruppenraum, in dem verschiedene Aktivitäten stattfinden, nach Südwesten in Richtung eines kleinen Gartens orientiert, sind Richtung Nordosten – zur Straße hin – die Nebenräume und ein kleines Büro untergebracht.

Auch gestalterisch nehmen die Architekten re­gionale Bezüge auf: Die Baukörper orientieren sich an den typischen historischen Jurakalkstein-Häusern der Altmühlregion mit flach geneigten Sattel­dächern, hohem Kniestock und wenig Dachüberstand. Ebenso leitet sich die Materialität der Fassaden – geschlämmtes Ziegelmauerwerk – aus der traditionellen Bauweise ab.


Nachfolgend einige Impressionen von der Baustelle:

Projektbeteiligte:

Bauherr:
Gemeinde Wettstetten
Mitarbeiter:
Asja Boese
Projektleiter: Viktor Filimonow
Tragwerksplaner: Grad Ingenieurplanungen, Ingolstadt
Bauleitplanung: Dietmar Lüling, Dipl. Ing. Architekt und Stadtplaner

HLS: Scholl Schlamp Ingenieure, Appertshofen
Elektroplanung: Arzenheimer Elektrotechnik,
Bauphysik: IBN Bauphysik Consult, Ingolstadt
Landschaftsarchitektur: Eberhard von Angerer, Büro für Architektur und Stadtplanung

Baumeister:
haas bau GmbH, Ingolstadt
Fenster: Schreinerei Haberl, Wettstetten
Mauerwerk: Duda Bauunternehmung GmbH, Heilbronn


Das Projekt »Neue Ortsmitte Wettstetten« ist nominiert für den DETAIL Preis 2014.

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe
DETAIL 2014/9 zum Thema »Versammlungsräume«.

Stichworte:
Aktuelles Heft
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