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Social Jugendstyle: Graft Architekten modernisieren älteste Herberge Deutschlands

Weg mit dem Mief vergangener Tage: München-City, die älteste Stadtjugendherberge Deutschlands, wird umgebaut und erweitert. Für die Modernisierung des denkmalgeschützten Hauses in München wurden fünf international bekannte Architekturbüros zu einem Wettbewerb geladen. Der Beitrag von Graft Architekten überzeugt mit einem zukunftsweisenden Konzept, bei dem virtueller Zeitgeist und das DJH-Motto „Gemeinschaft erleben“ in geschwungene Formen fließen. Die weiteren Plätze belegen haascookzemmrich, Snøhetta, YES architecture und Stephen Williams Associates.

Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Rendering Fassade und Eingang

Bereits mit der 2011 entstandenen ersten Design-Jugendherberge in Berchtesgaden nach einem Entwurf des Architekturbüros LAVA hatte sich der DJH-Landesverband Bayern neu positioniert. Nun soll auch Deutschlands ältestes Stadtjugendherberge ein frisches Image erhalten und jugendlichen Zeitgeist abbilden.

München-City in der Wendl-Dietrich-Straße 20 gehört zu den meist besuchten Jugendherbergen in Bayern. Daran hat sich in der fast 100-jährigen Geschichte nichts geändert. Deutlich gewandelt haben sich gerade in den letzten Jahren jedoch die Lebensrealitäten ihrer Besucher. Der selbstverständliche Umgang mit virtuellen Medien jeglicher Art sind fester und nicht selten dominierender Bestandteil des jugendlichen Alltags.

Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Rendering Lobby
Rendering Lobby
Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Rendering Blick in Hof
Rendering Blick in Hof

Die für ihre amorphen und parametrischen Experimente bekannten Architekten von Graft übersetzen das fest im Zeitgeist verankerte Non-Stop-Gemeinschaftsgefühl des Social Networking in einen Entwurf der offenen und fließenden Räume. Eine Verbindung zum in diesem Kontext beinahe schon etwas antiquiert wirkenden Motto des Jugendherbergswerks „Gemeinschaft erleben“ ergibt sich dadurch fast wie von selbst.

Den eigenen Anspruch, soziale Verantwortung zu signalisieren und „Menschen ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft ein offenes Haus zu bieten um Austausch und Kommunikation zu ermöglichen“ sieht der DJH im Siegerentwurf am besten umgesetzt: „Der Entwurf bietet Räume mit einer Aufenthaltsqualität, die einlädt mit Reisenden aus der ganzen Welt ins Gespräch zu kommen und Freundschaften zu schließen.“

Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Rendering Einrichtung
Rendering Einrichtung

Der Entwurf von Graft Architekten schließt die derzeit offene Blockrandbebauung. Der neue Haupteingang wird in Zukunft vom Winthirplatz aus erfolgen. Dessen kleine Parkanlage soll zum „Vorgarten“ der Münchener Jugendherberge werden. Graft übersetzen die städtische Natur in eine organische Architektursprache, die das Gebäude bis zum Innenhof durchdringen soll. Sichergestellt werden soll der Sichtbezug zwischen innen und außen über großflächige Verglasungen, die den geschwungenen Formen im zweigeschossig eingeschnittenen Foyer folgen und dessen parametrische Struktur zutage treten lassen. In einer einzigen  fließenden Raumbewegung sollen das neue Gebäude, der Innenhof und des denkmalgeschützte Haus miteinander verbunden werden.

Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Lageplan
Lageplan: Graft Architekten
Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Konzept
Konzept: Graft Architekten
Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Grundriss EG
Grundriss EG: Graft Architekten
Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Grundriss EG
Grundriss OG: Graft Architekten
Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Schnitt
Schnitt: Graft Architekten
Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, Explosionszeichnung
Explosionszeichnung: Graft Architekten

In dieser frei flottierenden Erdgeschosszone mit Foyer, Empfang, Lounge, Speisesaal und Seminarbereichen kann laut DJH das angestrebte Gemeinschaftserlebnis „in einem zeitgemäßen Design gefühlt werden“. Die skulpturale Durchdringung wird außerdem Raum für Veranstaltungen parallel zum Jugendbetrieb bieten. Die individuell genutzten Zimmer mit insgesamt 446 Betten sind trotz ihrer rechteckigen Geometrie sehr flexibel nutz- und belegbar.

Jugenherberge München-City, Sanierung und Erweiterung durch Graft Architekten, flexible Möblierung der Zimmer
Flexible Möblierung der Zimmer: : Graft Architekten
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