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Verdreht und gekippt: Labor für Wasserwesen in Neubiberg

Auf dem Gelände der Bundeswehruniversität Neubiberg begegnet man inmitten einer jahrzehntelang gewachsenen, heterogenen Struktur unvermittelt einem Gebäude, das sich durch Klarheit in Form und Material wohltuend abhebt: Der langgestreckte, rechtwinklige Baukörper des Labors für Wasserwesen besticht durch eine sorgfältig proportionierte Fassade und ein Tragwerk aus konisch zulaufenden Brettschichtholzprofilen.

Architekten: Brune Architekten, München
Tragwerksplaner: Behringer Ingenieure, München
Standort: Werner-Heisenberg-Weg-39, 85579 Neubiberg

Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Südfassade
Südansicht, Foto: Zooey Braun

Die Fassade besteht im unteren Drittel aus einem Holzrahmenbau mit hell lasierter Lärchenschalung, die – weitergeführt – den Werkhof umfasst. Im oberen Bereich lässt ein zweischaliger, transluzenter Schirm aus Polycarbonatplatten gefiltertes Tageslicht ins Halleninnere fallen.

Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Westfassade, Halle mit Werkhof
Westansicht, Halle mit Werkhof, Foto: Brune Architekten
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Ostfassade
Ostansicht, Foto: Marion Griese

Für eine gleichmäßige Lichtstreuung – Voraus­setzung für Versuche, die angehende Bauingenieure hier durchführen – sorgen die reflektierenden weißen Flächen von Wand, Boden und Tragwerk. Einzig die eingestellte Holzbox, die auf zwei Ebenen Nebenräume beherbergt, unterstreicht ihre Eigenständigkeit durch kontrastierendes Schwarz.

Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Innenraum
Foto: Zooey Braun

Den räumlichen Charakter der Versuchshalle prägt allerdings vor allem das Tragwerk aus weiß lasierten, konisch zulaufenden Brettschichtholzprofilen. Die Konstruktion aus räumlich verdrehten und gekippten Dreigelenkrahmen entstand in enger Zusammenarbeit mit den Tragwerksingenieuren. Sie kann mühelos eine Weite von 18 Metern überbrücken und erfüllt die Forderung nach einer für Sonderlabore erweiterbaren Struktur.

Peter Popp

Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Tragwerk in 3D
Tragwerk in 3D, Grafik: Behringer Ingenieure
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Innenraum
Foto: Zooey Braun
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Firstpunkt Rahmenträger
Firstpunkt Rahmenträger, Foto: Behringer Ingenieure
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Rahmenträger
Rahmenträger, Foto: Behringer Ingenieure
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Bauphase
Bauphase, Foto: Behringer Ingenieure
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Knotenpunkt Rahmenecke
Knotenpunkt Rahmenecke, Grafik: Behringer Ingenieure
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Längsschnitt
Längsschnitt, Grafik: DETAIL
Labor für Wasserwesen in Neubiberg, Erschließungsgang der Blackbox im Obergeschoss
Erschließungsgang der Blackbox im OG<br>Foto: Marion Griese

Bauherr: Staatliches Bauamt München I

Architekten:
Brune Architekten
Projektleitung: Carolin Wittenbeck
Mitarbeiter: Carolin Wittenbeck, Sören Damm, Eva Pigulla

Tragwerksplaner: Behringer Ingenieure
Bauleitung: Heinz Hugler
HLS: IB Ottitsch
Elektroplanung: IG Kammermeier
Bauphysik: IB Baumgartner

Holzbau: Holzbau Fleischmann
Fassadenarbeiten: Donau Holzschutz GmbH
Metallbau: Stegmüller Stahl- und Metallbau GmbH
Trockenbau: Baierl und Demmelhuber Innenausbau GmbH
Hersteller Polycarbonatplatten: Rodeca GmbH
 

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe
DETAIL 2014/1+2 zum Thema »Bauen mit Holz«

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2014

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