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Corona, Covid-19, Schutzmaske

Initiativen für Schutzmasken: Architektenentwürfe und neue Produktionswege

In Zeiten der Corona-Pandemie wird der Atemschutz knapp. In vielen Ländern ist der Bedarf nicht gedeckt, die Preise steigen, ebenso die Nachfrage. Der TÜV Deutschland verlangt bereits ein Prüfsiegel, um unbrauchbare Masken und Plagiate auszusortieren. Händeringend wird vielerorts nach Möglichkeiten gesucht, die lokale Produktion von medizinischen Schutzmasken hochzufahren, um die Abhängigkeit von China als größtem Hersteller von Mundschutz weltweit zu verringern. Alleine in Deutschland fehlen nach Einschätzungen der Bundesregierung 8-12 Millionen Masken pro Jahr.

Initiativen zur Produktion
Viele Hersteller haben bereits Initiative zur schnellen hauseigenen Produktion von einfachen Mund-Nasen-Masken ergriffen, um dem Covid-19-Virus im Alltag Herr zu werden. Allein in Deutschland sind 500 Unternehmen in die Produktion von Atemschutzmasken neu eingestiegen – alle verfügbaren Kapazitäten werden gebraucht. Auch der Büromöbelhersteller Wilkhahn produziert den Mund-Nasen-Schutz im hauseigenen Betrieb. Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und den Betrieb aufrecht zu erhalten, werden in der Näherei des Unternehmens neben Polsterbezügen für Sitzmöbel pro Tag rund 300 Masken für die Belegschaft genäht. Zusätzlich produziert die Entwicklungsabteilung des Unternehmens nicht mehr nur Prototypen und Designstudien, sondern auch Visiere im 3D-Druck.

Architektenentwürfe
Auch Architekturbüros, Hochschulen und Designstudios sind bereits aktiv geworden, um den Mangel an Masken zu decken. In den Werkstätten des Computational Lab der Bartlett School of Architecture in London werden Masken im Akkord produziert und an die umliegenden Krankenhäuser verteilt. Norman Foster hat einen Open-source-Entwurf für ein Visier vorgelegt. Auch das Architekturbüro Henn mit Sitz in München, Berlin und Peking beschäftigt sich seit April mit Face Shields. Der Entwurf für die Visiere, die in Kombination mit einer Mund-Nasen-Maske genutzt werden, ist als Open-Source-Datei von 3DVerkstan entwickelt worden. Das Team von Henn stellt die Masken aus PLA-Filament und einer durchsichtigen Folie in der Modellwerkstatt des Büros her. Etwa 300 Schutzvorrichtungen, deren Prototyp vom Münchner Blutspendendienst geprüft wurde, entstehen auf diese Weise pro Woche und werden an bedürftige Einrichtungen übergeben.

Fragen des Recyclings
Dass die Materialfrage gerade für Schutzmasken nicht unwesentlich ist, liegt auf der Hand. Das Villacher Social Startup plasticpreneur hat bereits eine Expertise im Kunststoffrecycling im Kleinformat und stellt die dazu notwendigen Maschinen lokal als Easy Access-Möglichkeit zur Verfügung. In Zeiten der Corona-Pandemie bietet diese Initiative für Entwicklungsländer nun die Chance, Schutzvisiere aus recycleten PET-Flaschen selbst herzustellen. Etwa 50 Face Shields pro Stunde können so entstehen. Zur besseren Handhabung bietet plasticpreneur sogar Online- und Video-support zur Unterstützung in der Produktion an.  Außerdem können die Face Shields aus recycleten PET-Flaschen auch direkt über die online-Seite des Startups bestellt werden – in diesem Fall dann made in Austria.

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