21.04.2022 Jakob Schoof

Laufen lernen muss man selbst

© RKW Architektur +

In welchen Bereichen des Planens und Bauens hat die Digitalisierung in den letzten Jahren die größten Veränderungen gebracht?
Glücklicherweise sind hier Veränderungen und Fortschritt dasselbe. Die weitergehende Digitalisierung stellt sich bei uns eindeutig als Fortschritt dar. Unser Credo lautet: Wenn möglich BIM, und wenn nicht, dann doch zumindest modellbasierte Planung. Das macht uns früher genauer und anschaulicher, manchmal auch zu genau. Dann ist es gut, wenn man auch wieder den Zeichenstift in die Hand nimmt.

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Wo funktionieren die Dinge noch nicht so, wie Sie sich es wünschen?
Die Konstruktionssoftware leistet noch nicht immer das, was wir wirklich brauchen. Vor einiger Zeit hatten sich ja große britische Büros in einem offenen Brief über Revit beklagt - und das wohl zu Recht. Gerade in der Zusammenarbeit mit anderen gibt es noch ziemliche Schwierigkeiten. Das klassische Beispiel hierfür ist die Übernahme der Schlitz- und Durchbruchplanung von der TGA.

Für tiefergehende BIM-Anwendungen und vielfältigere Auswertungen der Informationen fehlen noch die notwendigen Standards zur Erstellung und Attribuierung der Modelle. Wenn sich die Büros immer wieder auf unterschiedliche Anforderungen der Auftraggeber einrichten müssen, bedeutet dies einen großen zusätzlichen Aufwand. Zum Teil machen die Auftraggeber auch Vorgaben, die tief in die Leistungserbringung der Auftragnehmer eingreifen. Auch das führt dann schnell zu höheren Kosten, die der Auftraggeber vermeiden kann, wenn er seine ureigenen Anforderungen formuliert, den Auftragnehmern aber die Freiheit lässt, auf welchem Wege sie diese erfüllen.

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Wie hat sich Ihre Zusammenarbeit durch BIM verändert?
Intern sind wir mit unseren Modellen in der Cloud. Das wurde natürlich über Corona deutlich beschleunigt und machte uns in kürzester Zeit Home-Office-fähig. Die Zusammenarbeit mit anderen betrifft in erster Linie die mit Fachingenieuren. Hier sind die Erfahrungen durchaus unterschiedlich. Man kann noch nicht davon ausgehen, dass alle Partner in der Lage oder willens sind, in einem BIM-Prozess ausreichend engagiert und strukturiert mitzuwirken.

© Ralph Richter
© Ralph Richter

Welche Fehler sollte man bei der Arbeit mit BIM in jedem Fall vermeiden?
Man sollte BIM nicht übereilt einführen. Die Schulung von Personal, das Einüben von Prozessen, das Bereitstellen von Vorlagen braucht eine gewisse Zeit. Daher sollte man seine ersten Schritte in Richtung BIM bereits gegangen sein, bevor es als Anforderung vom Auftraggeber an einen herangetragen wird. Das heißt, man sollte mit einem nicht so großen und nicht zu komplexen, selbstgewählten Projekt anfangen, und das möglichst bald.

© Ralph Richter

Was sind die wichtigsten Bestandteile einer erfolgreichen BIM-Strategie?
Das kommt ein bisschen darauf an, mit welcher Brille Sie das betrachten: Unsere Auftraggeber haben natürlich eine etwas andere Sicht auf die Dinge als wir. Für sie ist ja nicht die Planung das Wichtigste an BIM, sondern der Betrieb. Sie müssen sich darüber Gedanken machen, welche Daten sie für ihre eigene Aktivität, also vor allem für das Facility Management des fertiggestellten Hauses brauchen.
Wir Architekturschaffenden müssen uns darüber klar werden, was wir selbst mit einem BIM-Prozess erreichen wollen und in welchen Schritten dies vorangehen soll. Man sollte also mit dem Einfacheren anfangen und sich schrittweise zu den komplexeren Aufgaben hocharbeiten. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die Strukturierung der Prozesse und die steigende Zahl unterschiedlicher Softwarelösungen müssen sich Zug um Zug parallel entwickeln.

© Markus Luigs

Matthias Pfeifer ist Geschäftsführender Gesellschafter bei RKW Architektur +. Das Büro ist Mitglied der BIM Allianz.


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