10.03.2011

Solartechnik in der Antarktis hat sich bewährt

Im Frühjahr 2009 wurde in der Antarktis die erste emissionsfreie Polarstation „Princess Elisabeth“ eröffnet. Knapp zwei Jahre später steht offenbar fest, dass die dort eingesetzten Solarwärmekollektoren sich auch unter den antarktischen Extrembedingungen bewährt haben.

Industrial Building

Minustemperaturen bis zu 50 Grad unter Null, Windböen bis 250 Kilometer pro Stunde, absolute Dunkelheit im Winter und 24 Stunden Sonne im Sommer – diesen extremen Witterungsbedingungen müssen die Solaranlagen gewachsen sein, um die Bedürfnisse des 48-köpfigen Teams in der belgischen Forschungsstation „Princess Elisabeth“ zu erfüllen. Die Station in der Ostantarktis verzichtet als erstes Bauwerk dieses Typs komplett auf fossile Energiequellen für ihren Betrieb. Heizwärme, Warmwasser und Trinkwasser (aus geschmolzenem Schnee) für die Station liefern zwei Solarwärmeanlagen des deutschen Herstellers Consolar. Eine von ihnen, bestehend aus 18 Vakuum-Röhrenkollektoren und drei Wärmespeichern, ist für die Erwärmung des Trinkwassers und den Betrieb eines Bioreaktors zuständig; die zweite, die zwölf Kollektoren und einen Speicher umfasst, sorgt für die Raumheizung und den Betrieb eines „Snow Melters“.

Nun stehen die Ergebnisse aus dem Betrieb während der ersten Forschungssaison fest. „Bereits ab vier Uhr morgens konnten in drei Stunden 1.500 Liter Wasser von 45 auf 85 Grad erhitzt werden“, berichtet Thomas Gillon von Consolar. Auch dann, wenn die Sonne infolge des kalten antarktischen Fallwindes an manchen Tagen vergeblich auf sich warten ließ, konnte das System noch Wärme gewinnen. Thomas Gillon: „Auch bei bedecktem Himmel erhitzten sich die speziellen Vakuum-Röhrenkollektoren auf bis zu 98 Grad. Das zeigt, dass selbst das diffuse Sonnenlicht ausreicht, um die Kollektoren so stark aufzuwärmen. Damit hatten wir trotz fehlender Sonne sogar einen Überschuss an Energie.“

Eine wesentliche Komfortsteigerung für die 48 Forscher brachte darüber hinaus die zweite Solaranlage: Mit ihrer Hilfe konnten täglich rund 800 Liter Wasser am Tag geschmolzen werden, was auch zum Duschen für die Belegschaft noch ausreichte.

Geplant ist derzeit eine Erweiterung der Solarsysteme auf „Princess Elisabeth“. Ferner soll ein neuer, mobiler „Snow Melter“ angeschafft werden, der die Forscher bei ihren Expeditionen begleiten und auch unterwegs für frisches Wasser sorgen soll.

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