Natürliche Materialien im Fokus
HEMAA realisieren Kinder- und Sportzentrum aus Stampflehm und Holz
Der Gebäudekomplex des Kinder- und Sportzentrum von HEMAA Architectes fügt sich harmonisch in die umgebende Topografie und Landschaft ein. © Sergio Grazia
Am Parc des Loges östlich von Paris wurde von HEMAA Architectes ein Kinder- und Sportzentrum realisiert, das in enger Synergie mit der Natur steht. Grundschule, Kindergarten, Kinderkrippe und Sportzentrum sind dabei in einem gemeinsamen Ensemble zusammengefasst. Bei der Umsetzung kamen nachhaltige, traditionelle Materialien zum Einsatz, um eine ausgewogene Balance zwischen Natur, Nutzung und Materialität zu schaffen.


Der integrierte Innenhof mittig platziert zischen den einzelnen Gebäudeteilen fungiert als Lichtung und öffnet sich zur Landschaft hin. © Charles Bouchaid
In Synergie mit Topografie und Landschaft
Eingebettet in die bestehende Topografie folgt die Anordnung der Gebäude des Kinder- und Sportzentrums dem natürlichen Hangverlauf und fügt sich behutsam in diesen ein, ohne auf künstliche Eingriffe zurückzugreifen. Die Topografie prägt dabei sowohl das Wegesystem als auch die räumlichen Beziehungen zur offenen Landschaft und zum öffentlichen urbanen Raum. Im Süden entsteht ein fließender Übergang zum benachbarten Park, im Osten zur Jules-Ferry-Promenade. Auf diese Weise wird die Landschaft eng mit dem Ort des Lernens verknüpft. Als Inspirationsquelle diente das pädagogische Konzept der Waldkindergarten-Philosophie, das Lernen durch freies Spielen, Bewegung und sinnliche Erfahrungen in der natürlichen Umgebung fördert. Der integrierte Innenhof ist als Lichtung konzipiert, öffnet sich zur Landschaft und ist mit Eichen, Eschen, Ahorn und Ulmen bepflanzt.
Natürliche Materialien und Konstruktion
Mit einer Fassade aus tragendem Stampflehm und einer Tragkonstruktion aus Holz im Innenraum erfüllt das Projekt die Anforderungen des Umweltkonzepts und steht beispielhaft für eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Architektur. Für die Stampflehmwände wurde Aushubmaterial aus den Bauarbeiten der Grand-Paris-Metro wiederverwendet. Die Dämmung der Wände erfolgt mit Hanfwolle, um die Atmungsaktivität und Diffusionsoffenheit der Gebäudehülle zu bewahren. Zur Sicherstellung der Langlebigkeit des Gebäudes ist der Sockelbereich aus kohlenstoffarmem, strukturiertem Beton ausgeführt. Begrünte Dächer verbessern den thermischen Komfort und unterstützen ein natürliches Wassermanagement. Ergänzend regulieren auskragende Dachüberstände und verstellbare Sonnenschutzelemente den Lichteinfall. Der Gebäudekomplex ist zudem auf eine optimale Winterbelichtung sowie eine natürliche Sommerbelüftung ausgerichtet. In ihrer Kombination erzeugen die natürlichen Materialien Holz und Lehm eine weiche architektonische Atmosphäre und vermitteln Ruhe sowie Geborgenheit.


Tragkonstruktion aus Holz im Innenraum, © Sergio Grazia


Fassade aus tragendem Stampflehm und Sockel aus kohlenstoffarmen, strukturiertem Beton, © Sergio Grazia
Sportzentrum und Gemeinschaftliche Nutzung
Die Anlage des Kinderzentrums wird durch einen zusätzlichen Baukörper ergänzt, der die bestehende Stadionanlage erweitert. Die Ausrichtung des Sportzentrums ermöglicht einen optimalen Sichtbezug vom Innenhof, während das zum Freizeitbereich hin abfallende Dach für einen guten natürlichen Lichteinfall sorgt. Darüber hinaus stärkt das Sportzentrum das Konzept eines gemeinschaftlichen, generationsübergreifenden und offenen Raums im urbanen Kontext und trägt zur Belebung des Quartiers bei.
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Architektur: HEMAA Architectes
Bauherr: Stadt Évry-Courcouronnes
Standort: Évry-Courcouronnes (FR)



















