Licht und Struktur
Licht aus einem Bauteil
© Artemide
Lichttechnik wird oft additiv gedacht: Linse, Raster, Blendschutz. Somnĭum von Artemide setzt früher an. Das System reduziert die optische Einheit auf eine Zelle von 30 × 30 mm und fasst Linse und Entblendung in einem Bauteil aus einem Material zusammen. Das Raster ist kein aufgesetztes Element, sondern Teil des Gehäuses.
Die optische Wirkung entsteht aus der Geometrie selbst. Der Blendschutz deckt die Linse nicht nur ab, sondern bindet ihre Helligkeit über Reflexion und Brechung in das System ein. So erreicht Somnĭum einen UGR-Wert von unter 16, nicht durch nachträgliche Abschirmung, sondern durch die Abstimmung der Elemente. Die Zahl der Bauteile sinkt, ebenso Montage- und Fertigungsschritte.


© Artemide


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Aus der Zelle entwickelt sich ein modulares Lichtsystem mit linearen und gebogenen Segmenten. Direkte und indirekte Lichtanteile lassen sich innerhalb einer durchgehenden Profilstruktur kombinieren. Elektromechanische Gelenke sind in das Profil integriert und ermöglichen offene oder geschlossene Konfigurationen. Dadurch lässt sich das System an unterschiedliche Raumsituationen im Büro- und Gewerbebau anpassen, ohne zusätzliche Verbindungselemente sichtbar zu machen.
Für die Planung ist vor allem die konstruktive Logik relevant. Somnĭum trennt Technik und Erscheinung nicht, sondern entwickelt beides aus einem gemeinsamen Aufbau. Das reduziert Materialeinsatz und Gewicht und ordnet das Licht präzise in den Raum ein. NG
Hersteller: Artemide
Produkt: Somnium
Designer: Carlotta de Bevilacqua
Kategorie: Licht

















