09.02.2026 Valentina Grossmann

Níall McLaughlin erhält Royal Gold Medal 2026 für Architektur

Níall McLaughlin, © NMLA

Das Royal Institute of British Architects (RIBA) zeichnet den irischen Architekten, Pädagogen und Autor Níall McLaughlin mit dem wichtigsten Architekturpreis Großbritanniens aus. Im Namen seiner Majestät des Königs wird ihm die Royal Gold Medal 2026 für Architektur am 30. April in London verliehen. 

Engagement für Lehre und Nachwuchsförderung 

Die Medaille würdigt nicht nur McLaughlins bemerkenswertes architektonisches Werk, sondern auch seinen bedeutenden Einfluss auf die architektonische Praxis. Seit über 25 Jahren unterrichtet er an der Bartlett School of Architecture mit Zwischenstationen als Gastprofessor an der University of California in Los Angeles (2012 bis 2013) sowie als Lord Norman Foster Visiting Professor of Architecture in Yale (2014 bis 2015). Sein Engagement für Lehre und Nachwuchsförderung setzt Maßstäbe innerhalb der Profession: Als Fürsprecher fairer Arbeitsbedingungen, transparenter Vergütung und eines offenen Umgangs mit mentaler Gesundheit lebt McLaughlin eine Haltung vor, die er gleichermaßen in Praxis und Ausbildung verankert. „Seine Arbeit bereichert nicht nur den Architektenberuf, sondern befasst sich auch mit dessen sich wandelnden Herausforderungen, was ihn zu einer zentralen Figur der zeitgenössischen Architektur macht“, lobt ihn die RIBA Honours Jury.

Für das Faith Museum auf dem Gelände des Auckland Castle im nordenglischen Bishop Auckland stand eine mittelalterliche Zehntscheune Pate. © Nick Kane 

Jenseits der architektonischen Signatur 

Seit über 30 Jahren arbeitet Níall McLaughlin als Architekt. Nach seiner Ausbildung am University College in Dublin gründete er 1990 sein eigenes Büro in London. Sein Portfolio ist vielfältig und reicht von Kultur- und Bildungsbauten, über Gebäude für religiöse Zwecke bis hin zum Gesundheits- und Wohnungsbau. Seine Arbeiten hinterfragen etablierte Vorstellungen von Architektur und Stadterneuerung und stehen für einen zukunftsorientierten Ansatz, der ökologische Verantwortung und kulturelle Bedeutung konsequent in den Mittelpunkt rückt. Geprägt von der Haltung, dass architektonische Qualität aus kollektiver Zusammenarbeit entsteht, zeichnen sich Níall McLaughlins Projekte durch eine bewusste Zurückhaltung aus. Einfache Materialpaletten, elementare Geometrien und eine hohe Lichtqualität kennzeichnen seine Entwürfe. Bemerkenswert ist, dass McLaughlin sich nicht auf die Idee der „Signatur” des Architekten als Urheber konzentriert, sondern der Meinung ist, dass sich „Originalität im Bauwesen selten in der Art und Weise zeigt, wie ein Gebäude verpackt und verkauft wird. Ein Projekt kann aufgrund der Art und Weise, wie die Ziegelsteine verbaut wurden, unglaublich originell und wunderschön sein. Manchmal ist es das Unauffällige an einem Projekt, das originell ist.”  

Rund eine halbe Million Ziegel ließen Níall McLaughlin Architects am Ausstellungsgebäude im Zentrum von Limerick verbauen. © Nick Kane

Durchdachte Architektur 

Níall McLaughlin und sein Team zeigen mit ihren jüngsten Bauten eindrucksvoll die Bandbreite der Architektursprache: Das Ausstellungsgebäude in Limerick verwebt die lokale Ziegeltradition mit einer markanten vertikalen Präsenz zu einem neuen Identitätspunkt für die Stadt. Beim Museum des Glaubens in Bishop Auckland formt eine rückhaltende, scheunenartige Erweiterung aus Cop Crag-Sandstein einen sakral anmutenden Raum, der dem historischen Kontext würdig begegnet. Die Hochschulbibliothek des Magdalene College in Cambridge verbindet klassische Ziegelarchitektur mit zeitgenössischer Raumqualitäten und bietet eine kontemplative Lernumgebung, während das Saltmarsh House auf der Isle of Wight durch sein filigranes Stahlskelett und großflächige Verglasung die Grenzen zwischen Innenraum und Landschaft aufhebt. Die WongAvery Gallery im Innenhof des Trinity Hall College in Cambridge setzt hingegen auf eine Kreuzform aus hellem Stein und Beton, die als flexible Musikpraxis- und Aufführungsplattform mit öffnender Fassade einem historischen Umfeld neue Lebendigkeit verleiht. 

An der Küste der Isle of Wight liegt das Saltmarsh House im Garten einer viktorianischen Anlage. © Nick Kane

Kern der Disziplin 

„Durch die Praxis haben wir gelernt, dass Architektur nicht die Herstellung einzelner Objekte ist, sondern ein fortwährender Prozess der Entwicklung, Veränderung und Neuerfindung durch gelebte Erfahrung. In einer Zeit des beschleunigten technologischen Wandels in Design und Bauwesen bestehen wir weiterhin auf den menschlichen Ritualen und materiellen Praktiken, die den Kern unserer Disziplin ausmachen. Bauen ist eine Handlung, kein Objekt. Architektur liegt in ihrer Entstehung und der Art und Weise, wie sie das Lernen, die Kultur und das Gemeinschaftsleben prägt“, so McLaughlin.

Eine kostenlose Ausstellung zu Ehren des Gewinners der Royal Gold Medal wird am 25. April 2026 im RIBA North in Liverpool eröffnen, Níall McLaughlins Lebenswerk würdigen sowie Modelle und Studiomaterialien zeigen.


Preisverleihung der Royal Gold Medal: 30. April 2026 
Ausstellungsdauer: 25. April bis 7. Juni 2026 
Ausstellungsort: RIBA North und Tate Liverpool, Galerie 2 
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, einschließlich Feiertage: 10:00 bis 17:50 Uhr
Eintritt: kostenlos


Weitere Informationen: riba.org

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